Klimawandel Unsere Auswirkungen durch den richtigen Fokus reduzieren

Der Klimawandel ist einer der wichtigsten Bereiche, auf den sich C&A fokussiert. Denn er bedroht die Gemeinschaften, in denen wir arbeiten, sowie unsere Möglichkeiten, künftig Zugang zu Rohstoffen zu erhalten, da er die Häufigkeit unvorhersehbarer oder extremer Wetterereignisse erhöht. Um effektiv zu sein, müssen wir unsere Anstrengungen auf die Bereiche konzentrieren, in denen wir am schnellsten die größten Veränderungen erreichen können. Um diese Chancen zu identifizieren, bewerten wir unsere Auswirkungen mithilfe von Lebenszyklusanalysen (LCA) über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg – von der Rohstoffgewinnung bis hin zum Nutzungsende.

2018 schlossen wir uns der Science Based Targets Initiative (SBTi) an, um unsere Treibhausgasemissionen (THG) im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen zu reduzieren. Dies beinhaltete die Entwicklung und Beurteilung zahlreicher Zielszenarien – eine überaus gründliche Vorgehensweise, die auch 2019 fortgesetzt wird. Die Arbeit erfolgt in Abstimmung mit der Entwicklung unserer neuen Nachhaltigkeitsstrategie.

 

Erfahren Sie mehr über wissenschaftlich fundierte Ziele

 

Ansatz und Methodik

In Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern von Aligned Incentives ermittelten wir unsere Treibhausgasbilanz für Scope 1, 2 und 3. Hierzu verwenden wir eine kombinierte Methode der Lebenszyklusanalyse (LCA) in Übereinstimmung mit dem World Resources Institute/World Business Council for Sustainable Development GHG Protocol für die Konzernrechnungslegung und -berichterstattung und die Wertschöpfungsketten. Unser Modell vereint die Input-Output- und Prozess-LCA-Methoden, sodass wir uns auf die wichtigsten Bereiche in unserer Wertschöpfungskette konzentrieren können.

 

Unsere Schätzungen für 2018 beruhen auf Daten von mehr als 523.000 Lieferungen aus unseren Produktionsländern in unsere Filialen. Zudem haben wir die Emissionen in 3.120 nicht-produktbezogenen Ausgabenkategorien bewertet, um die Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen auf die Wertschöpfungskette zu überprüfen, die mit unserer Geschäftstätigkeit und Verwaltung zusammenhängen. Dies bot uns, in Kombination mit den Energie- und Kraftstoffdaten für jede unserer Filialen, Verteilzentren und Büros, eine umfassende Datenbasis für die Analyse. So waren wir in der Lage, eine solide Basis zu schaffen, an der wir unsere künftigen Reduzierungen messen werden.

 

Unser Modell zur Optimierung unseres Ansatzes verbessern

2017 haben wir unsere Schätzungen für das Kundenverhalten aktualisiert, indem wir Daten aus der Kundenumfrage, kleidungsspezifische Pflegehinweise und Kleidungshaltbarkeitsdaten der Sustainable Apparel Coalition verwendet haben. 2018 aktualisierten wir die Abfallquoten in jeder Lebenszyklusphase, was uns ein noch genaueres Verständnis der in den verkauften Produkten verwendeten Materialien und der daraus resultierenden Abfälle ermöglicht. Alle vorausgegangenen Schätzungen wurden daraufhin neu berechnet, um diese Verbesserung der Methodik widerzuspiegeln.

Fortschritte erzielen

2018 waren die THG-Emissionen 12 % niedriger als in unserem Basisjahr 2016. Im Vergleich zu 2017 verzeichneten wir bedingt durch das Umsatzwachstum einen leichten Anstieg der Treibhausgasemissionen. Allerdings erzielen wir durch den Bezug nachhaltigerer Rohstoffe wie Baumwolle und Viskose weiter Fortschritte.

Treibhausgasemissionen 2018 nach Scope

Berichtskategorie

Umfangsgruppierung

Betrag

% vom Gesamtwert

Einheit

Scope 1

Heizöl

                   746

0,01%

mtCO2e

Scope 1

Erdgas

             18.429

0,33%

mtCO2e

Scope 2

Bezogener Strom

           107.392

3,05%

mtCO2e

Scope 2

Bezogene Fernwärme

             10.141

0,18%

mtCO2e

Scope 2

Eingekaufte Fernkühlung

                2.968

0,05%

mtCO2e

Scope 3

Bezogene Waren und Dienstleistungen

       4.207.645

75,71%

mtCO2e

Scope 3

Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten

             23.955

0,59%

mtCO2e

Scope 3

Vorgelagerter Transport und Verteilung

           485,567

8,74%

mtCO2e

Scope 3

Abfall aus dem Betrieb

                   295

0,01%

mtCO2e

Scope 3

Geschäftsreisen

             14,402

0,26%

mtCO2e

Scope 3

Mitarbeiterreisen

           109,970

1,98%

mtCO2e

Scope 3

Verwendung der verkauften Produkte

           474.802

8,54%

mtCO2e

Scope 3

EOL Behandlung der verkauften Produkte

             29.564

0,53%

mtCO2e

 

Treibhausgasemissionen im Jahresvergleich

6.600.000 6.400.000 5.000.000 4.800.000 5.200.000 5.400.000 5.600.000 5.800.000 6.200.000 6.000.000 2016 2017 2018 Tonnen CO 2 e Quelle: Aligned Incentives, 2018 Jahre 6,348,491 5,436,246 5,485,876 1% Anstieg 14% Verminderung

Treibhausgasemissionen 2018 über unseren Lebenszyklus

Treibhausgasemissionen über unseren Lebenszyklus im Jahresvergleich

Tonnen CO2e
Lebenszyklusphasen

Einheit: Tonnen CO~2~e

Quelle: Aligned Incentives, 2018

Unsere Klimaauswirkungen durch nachhaltigere Materialien reduzieren

Etwa 9 % unserer Treibhausgasemissionen sind auf die Landwirtschaft zurückzuführen, wovon der Großteil auf den Baumwollanbau entfällt. 2018 war 71 % der bezogenen Baumwolle nachhaltiger. Das heißt sie wurde biologisch angebaut oder als Better Cotton bezogen. Wir schätzen, dass unsere nachhaltige Beschaffung von Baumwolle 2018 den Ausstoß von rund 54.600 Tonnen Treibhausgasemissionen verhindert hat – eine Reduzierung der THG-Emissionen um 10 % im Vergleich zu konventioneller Baumwolle.

Treibhausgasemissionen des Baumwollmix von C&A im Vergleich zu konventioneller Baumwolle

300.000 600.000 450.000 Globaler Durchschnitt für konventionelle Baumwolle C&A Baumwollmischung Tonnen CO 2 e Quelle: Aligned Incentives, 2018 Baumwollmischung 542.295 487.710 10% Verminderung

2018 entfielen ungefähr 9 % unserer THG-Emissionen der Rohstoffproduktion auf künstlich hergestellte Zellulosefasern. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, bei der Beschaffung all unserer Viskose komplett auf Rohstoffe aus altem oder bedrohtem Baumbestand zu verzichten und diese lediglich von Lieferanten zu beziehen, die die besten verfügbaren Technologien einsetzen. Dieses Bestreben trägt bereits zu spürbaren Emissionsreduzierungen bei. Wir gehen davon aus, dass wir durch unsere Beschaffung von nachhaltigerer Viskose rund 62.000 Tonnen Treibhausgasemissionen vermieden haben – eine Reduzierung um 47 % verglichen mit konventioneller Viskose.

 

Treibhausgasemissionen des Viskosemix von C&A im Vergleich zu konventioneller Viskose

0 140.000 120.000 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 Globaler Durchschnitt für konventionelle Viskose C&A Viskosemischung Tonnen CO 2 e Quelle: Aligned Incentives, 2018 Viskosemischung 133.285 71.231 47% Verminderung

Die Kombination aus der Beschaffung nachhaltigerer Baumwolle und Viskose ermöglicht uns die Einsparung von 116.000 Tonnen Treibausgasen.

Erfahren Sie mehr über unsere Verpflichtung zu nachhaltigerer Viskose


Unsere Klimaauswirkungen durch effizientere Produktion senken

Die Materialverarbeitung, die von der Textilproduktion dominiert wird, ist die größte Emissionsquelle in unserer Lieferkette und macht etwa 45 % der Gesamtemissionen aus. Diese Auswirkungen stehen im Zentrum unseres SCM-Programms, bei dem wir uns 2019 darauf konzentrieren werden, unseren Ansatz zu stärken und kontinuierliche Reduzierungen voranzutreiben.


Unsere Emissionen aus Einzelhandelsaktivitäten senken

Auf unsere Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2 entfallen rund 3 % unserer gesamten Treibhausgasemissionen. Wir haben uns das Ziel gesetzt, diese Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 2012 um 20 % zu reduzieren.

Zur Berechnung unserer Emissionsintensität normalisieren wir die Bruttomietfläche (Gross Leasable Area, GLA) bzw. die Gesamtfläche (in m2), die für unsere Filialen, Büros und Verteilzentren gemietet werden können. Im Vergleich zu 2012 sanken unsere Kohlenstoffintensität 2018 um 20 % und unsere Energieintensität um 16 %. Diese Rückgänge sind auf Verbesserungen im Energiemanagement, in der Beleuchtung und in den Abläufen in einer Vielzahl von Filialen in unseren vier Einzelhandelsmärkten zurückzuführen.

In der nachfolgenden Grafik basiert unsere Schätzung für Emissionen aus zugekaufter Energie (Strom, Fernwärme und Kälte) auf einer standortbasierten Scope-2-Methodik.

Absolute CO2-Emissionen und Kohlenstoffeffizienz von Filialen, Büros und Verteilzentren

 

Abweichung im Vergleich zum Ausgangswert
Jahre

GLA: Gross Leasable Area (Bruttomietfläche)

Die Verwendung und Entsorgung von Kleidung durch unsere Kunden macht 10 % unserer gesamten CO2-Bilanz aus. Vor 2017 beruhten unsere Schätzungen des Einflusses der Kunden auf die CO2-Blianz auf Annahmen, die von einer hohen Unsicherheit geprägt waren. 2017 schauten wir uns jedoch die Gewohnheiten unserer Kunden genauer an, um unsere Schätzungen zu verbessern und die Hebel zu verstehen, mit denen C&A – und andere Marken – die CO2-Emissionen von Verbrauchern reduzieren können. Anhand von Primärdaten aus einer Kundenbefragung identifizierten wir frühere Annahmen, die die Auswirkungen in dieser Lebenszyklusphase zu hoch eingeschätzt hatten. Wir freuten uns, dass ein großer Teil unserer Kunden bereits Mode unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten einkauft. Außerdem erfuhren wir, dass ein hoher Anteil unserer Kunden (60 bis 85 %) ihre Kleidung zum Trocknen aufhängt. Zudem trägt die Mehrheit Artikel wie Hosen, Hemden und Blusen mehrere Male, bevor sie gewaschen werden.

 

Des Weiteren haben wir 2017 eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, um den Einfluss des durchschnittlichen Reinigungs- bzw. Waschzyklus' auf den CO2-Fußabdruck unserer Kleidung zu messen. Wir fanden heraus, dass das Wäschewaschen ungefähr 55 % der gesamten Treibhausgasemissionen ausmacht, das Trocknen die verbleibenden 45 %. 52 % der Treibhausgasemissionen beim Wäschewaschen entstehen dabei bei 40 °C. Dies war nicht überraschend, denn bei vielen Waschmaschinen ist 40 °C die Standardeinstellung.

 

Diese Ergebnisse belegen, was erreicht werden kann, wenn nachhaltiges Verhalten zur Selbstverständlichkeit wird. Anhand unserer Daten schätzen wir, dass die gesamten Treibhausgasauswirkungen unserer Kleidung um 45 % reduziert werden könnten, wenn das Trocknen auf der Wäscheleine für die 15 bis 40 % der Kunden zur Norm würde, die ihre Wäsche bislang in der Maschine trocknen. Und wenn die Standardeinstellung der Waschmaschinen von 40 °C auf 30 °C gesenkt werden würde, könnten die Treibhausgase zusätzlich um etwa 21 % reduziert werden. Zusammen könnten diese einfachen Änderungen den CO2-Fußabdruck unserer Kleidung um ein Drittel oder mehr als 300 Megatonnen reduzieren.

 

Ergebnisse der Kundenumfrage: Trocknungsmethode pro Region und Kleidungsstücktyp

% Tragedauer pro Waschgang
Produktart pro Einzelhandelsmarkt

Quelle: Aligned Incentives, 2017

Ergebnisse der Kundenumfrage: „wears-per-wash“ Profile pro Region und Kleidungsstücktyp

 

% Tragedauer pro Waschgang
Produktart pro Einzelhandelsmarkt

Quelle: Aligned Incentives, 2017

Was kommt danach?

2019 werden wir unsere wissenschaftlich fundierten Ziele finalisieren. Dabei werden wir uns auf die Senkung der Treibhausgasemissionen in Bereichen konzentrieren, in denen wir die größten Potenziale sehen und die stärkste Wirkung erzielen können.