Lieferanten- und Arbeiterengagement Zusammenarbeiten, um eine bessere Lieferkette zu schaffen

Obwohl wir über einen strengen Audit-Prozess verfügen und einen Null-Toleranz-Ansatz bei ernsthaften Problemen in den Produktionsstätten unserer Lieferanten verfolgen, müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, um gute Praktiken in der gesamten Branche selbstverständlich zu machen. Deshalb gehen wir nun über Audits und Compliance hinaus. Um unsere Vision von sicheren und fairen Arbeitsplätzen für alle zu erreichen, müssen wir einen zweigleisigen Ansatz verfolgen: Kompetenzen bei unseren Lieferanten aufbauen, um ihre Leistung zu bewerten und zu verbessern, und die Arbeiter zum Handeln ermutigen.

Vielerorts sind die Arbeiter es einfach nicht gewöhnt, die Entscheidungsfindung beeinflussen zu können. Das Recht auf Versammlungsfreiheit oder die Anerkennung von Arbeitnehmerrechten sind zum Teil nicht gegeben. Wir ändern dies, indem wir faire Verträge und den Sozialdialog fördern.

 

Das Supplier Ownership Programm

Jeder Lieferant begegnet spezifischen Herausforderungen, weshalb ein allgemein gültiger Ansatz nicht funktioniert. Stattdessen müssen wir mit unseren Lieferanten zusammenarbeiten, damit sie die Verantwortung für die Probleme und Herausforderungen in diesem Bereich übernehmen.

 

Wir haben 2015 ein Supplier Ownership Programme (SOP) bei 14 wichtigen Lieferanten eingeführt und es 2016 auf 24 Lieferanten ausgeweitet. Anfang 2019 entfielen auf die teilnehmenden Lieferanten und Produktionsstätten mehr als 67.500 Arbeiter, eine Steigerung im Vergleich zu 2017. Die in das Programm involvierten Manager berichten an die Geschäftsleitung und tragen die Sozial- und Umweltverträglichkeits- oder Nachhaltigkeitsprogramme in die Fabriken. Wir haben gezeigt, dass das Programm skalierbar ist und werden mit der Zertifizierung der teilnehmenden Lieferanten fortfahren.

 

Das Programm enthält sieben wichtige interaktive Module – vom Überblick über Managementsysteme bis zur Mitarbeiterkommunikation und Umwelt. Jedes Modul schließt einen ein- bzw. zweitätigen Workshop, Aufgaben und Besuche der Fabriken durch den C&A Development Officer und den verantwortlichen Lieferantenvertreter ein.

 

Acht Lieferanten wurden inzwischen zertifiziert, die insgesamt über 17 zertifizierte Produktionsstätten im Programm vorweisen können, validiert vom C&A Sustainable Supply Chain (SSC)-Team und Elevate, einer externen Prüfungsgesellschaft. Das bedeutet, dass wir darauf vertrauen, dass der Lieferant über die notwendigen Social-Compliance-Managementsysteme auf Unternehmensebene verfügt und dass die Fabriken selbst Managementsysteme etabliert haben.

 

Unsere bisherige Erfahrung zeigt eine Reihe essenzieller Faktoren auf, die für ein erfolgreiches Programm unabdingbar sind:

  • Verbindlichkeit und Denkweise des Top-Managements
  • Verpflichtung des Betriebsleiters zu funktionsübergreifendem Arbeiten
  • Kompetente Compliance-Manager, die direkt an das Top-Management berichten
  • Compliance-Manager, die sich mit genug Zeit und Ressourcen dem Projekt widmen
  • Lieferanten und Produktionsstätten mit mindestens zwei Mitarbeitern, die mit dem Supplier Ownership Programm vertraut sind
  • Abgestimmte Ziele zwischen Compliance- und Produktions-Teams


Supplier Ownership Programm: Inhalte und Ansatz

Was kommt danach?

Das Ownership Programm für Lieferanten ausweiten

Wir werden weiterhin Kompetenzen bei unseren Lieferanten aufbauen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Arbeiter ihre Rechte und Pflichten kennen und dass ihre Vereinigungsfreiheit respektiert wird. 2018 werden die acht Lieferanten, die bereits nach unserem Supplier Ownership Programm zertifiziert sind, weitere ihrer Produktionsstätten an dem Programm teilnehmen lassen.

Fallbeispiel:

Mitarbeiter von Epyllion stärken

Epyllion in Bangladesch ist seit mehr als 20 Jahren Lieferant von C&A – C&A war sogar ihr erster internationaler Kunde. Epyllion beschäftigt 12.060 Arbeiter in Bangladesch und nimmt seit 2016 an dem C&A Supplier Ownership Programm teil.

 

Seit dem Start des Ownership Programms für Lieferanten hat die Strickwarenfabrik von Epyllion in Mirput, Dhaka, mehrere Änderungen vollzogen. Dazu zählen proaktive Managementsysteme, bessere Risikokontrollen und eine klare Kommunikation der Richtlinien und Verfahren gegenüber allen Mitarbeitern.

 

Bei Epyllion werden die Mitarbeiter gestärkt. Das Unternehmen versteht somit ihre Bedürfnisse und sie bleiben hinsichtlich HR-Managementthemen, Gesundheit und Sicherheit, ihrer Sicherheit und Rechte sowie Arbeitspraktiken auf dem neuesten Stand. Arbeiter und Management können die Themen proaktiv ansprechen und die Produktion kann so ohne Unterbrechungen gleichmäßig arbeiten. Mitarbeiter zu haben, die sich sicherer fühlen, führt zu einer besseren Bindung, was eine stabilere und produktivere Belegschaft zur Folge hat.

 

Teil des Supplier Ownership Programms zu sein bedeutet für Epyllion, dass sie ein hohes Maß an Übereinstimmung mit ihren eigenen Unternehmensrichtlinien, dem Code of Conduct für Lieferanten von C&A und der lokalen Gesetzgebung aufrechterhalten können. Dieser vorausschauende Blickwinkel zahlt sich aus: Das Unternehmen konnte seine Kosten und Geschäftsrisiken reduzieren, indem Problemen vorgebeugt wurde anstatt auf sie zu reagieren.