Kreislaufmode Mehr Gutes tun

Da die Weltbevölkerung bis 2030 neun Milliarden Menschen erreichen wird, ist die Natur nie gekannten Belastungen ausgesetzt, um deren Bedürfnisse zu befriedigen. Deshalb müssen wir unser Ziel erreichen, die Kreislauffähigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette zur Selbstverständlichkeit zu machen.

Mit Nachhaltigkeit verbinden wir die Frage, wie wir unsere Produkte für ihre nächste Verwendungsmöglichkeit gestalten. Wir wollen die Bekleidungsindustrie in eine Zukunft führen, in der jedes Material sicher genutzt und wiederverwendet wird, in der Ökosysteme geschützt werden und in der die Menschen unter würdigen Arbeitsbedingungen tätig sind. Es geht um Produkte, die für den weiteren Gebrauch geeignet sind und bei denen wir nicht mehr vom „Ende des Lebens“ sprechen, sondern vom „Ende des Gebrauchs“. Das ist die Philosophie von Kreislaufmode. Damit die Bekleidungsbranche wirklich zu einer Kreislaufwirtschaft wird, muss sich jeder Teil der Wertschöpfungskette weiterentwickeln.

Um die Herausforderungen des linearen Modemodells zu bewältigen, entwickelte C&A eine Strategie, die auf drei zentralen Elementen beruht:

  1. Durch die Entwicklung innovativer Produkte, die in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft entworfen werden, können wir den Einsatz bedenklicher Stoffe eliminieren. So verwenden wir nur gute Materialien, die menschliche und natürliche Ressourcen effektiv nutzen und wechseln zu erneuerbaren sowie recycelbaren Rohstoffen, die die Recyclingquote radikal verbessern können.
  2. Durch die Weiterentwicklung unseres Textilsammelprogramms für aussortierte Kleidung in den Einzelhandelsmärkten, in denen wir aktiv sind, können wir sicherstellen, dass Kleidungsstücke in großem Umfang gesammelt, sortiert und wiederverwendet oder recycelt werden.
  3. Durch die Unterstützung der Partnerschaften, die einen beschleunigten Wechsel hin zu einer Kreislaufwirtschaft sowie Innovationen unterstützen, die ein Kreislaufkonzept möglich machen, können wir zu einem positiven Wandel in der Modeindustrie beitragen.

Weitere Informationen über unsere Strategie im Hinblick auf Kreislaufmode finden Sie in diesem Video.

Vorrang für Kreislaufmode

Produktinnovation

Warum wir Kreislaufmode entwickeln müssen

2017 veröffentlichte die Ellen MacArthur Foundation einen neuen Bericht mit dem Titel A New Textiles Economy. Er zeigt die wachsende Dynamik in der Branche auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft und liefert uns eine überzeugende ökologische, soziale und wirtschaftliche Begründung dafür:

  • 2015 landeten rund drei Viertel des in der Bekleidung verwendeten Kunststoffs auf einer Mülldeponie oder wurden verbrannt.
  • Weniger als 1 % des für die Kleidungsproduktion verwendeten Materials wird zu neuer Kleidung recycelt. Das entspricht einem Verlust von mehr als 100 Milliarden Dollar pro Jahr.
  • Der Anteil der Textilindustrie am globalen CO2-Ausstoß wird von 2 % im Jahr 2015 auf 26 % im Jahr 2050 steigen, falls der derzeitige Weg fortgesetzt wird. Die Abkehr von einem linearen und verschwenderischen System ist entscheidend für die Einhaltung des im Pariser Klimaabkommen festgelegten 2 °C-Grenzwerts für die globale Erwärmung.
  • Mit den derzeitigen Produktionssystemen könnte das Abfallgewicht von Kunststoff-Mikrofasern in den Ozeanen bis 2050 auf 22 Millionen Tonnen steigen. Das entspricht zwei Drittel der Fasern, die derzeit jährlich für die Kleiderproduktion verwendet werden.
  • 20 % der weltweiten industriellen Wasserverschmutzung sind auf das Färben und die Verarbeitung von Textilien zurückzuführen.

Über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg – von der Rohstoffgewinnung bis zum Nutzungsende – hat die Bekleidungsbranche große Auswirkungen auf die Umwelt. Um den Weg zur Selbstverständlichkeit einzuschlagen, müssen wir vieles von dem, was wir tun, überdenken.

In einem Kreislaufmodell werden Produkte für den nächsten Einsatz geplant und entwickelt. Sie werden dabei aus reinen Materialien und unter Verwendung sicherer Chemikalien hergestellt. Auf diese Weise können die Fasern am Gebrauchsende des Kleidungsstücks wiederverwendet oder zu neuen Kleidungsstücken, Teppichen oder anderen Produkten recycelt werden. Alternativ können sie durch Kompostierung der Natur sicher zurückgegeben werden. Soziale Gerechtigkeit, einschließlich des Schutzes von Gesundheit und Sicherheit sowie fairer Arbeit, der Wasserbewirtschaftung und der Nutzung erneuerbarer Energien, sind ebenfalls integraler Bestandteil des Kreislaufmodells.

Erfahren Sie mehr über nachhaltiges Chemikalienmanagement

Erfahren Sie mehr über sichere und faire Arbeit

Warum Kreislaufmode für eine nachhaltige Bekleidungsproduktion notwendig ist

 

Weitere Informationen über unsere Strategie der Kreislaufmode finden Sie in diesem Video.

Unsere Vision

Wir glauben an Kreislaufmode. Unsere Vision ist eine sich erneuernde Kreislaufwirtschaft, bei der in der Herstellung oder Entsorgung unserer Kleidung nichts verschwendet wird.

Wir glauben, dass es sechs mögliche Wegbereiter einer Kreislaufmode-Industrie gibt und arbeiten derzeit an all diesen Themen mit unseren eigenen Programmen oder in Partnerschaft mit Fashion for Good. Unser Engagement zeigt sich in unseren Produkten mit Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Zertifizierung. Dies wird durch unser stetig wachsendes Textilsammelprogramm für aussortierte Kleidung unterstützt, das es unseren Kundinnen und Kunden ermöglicht, Kleidung, die das Ende ihrer Nutzung erreicht hat, ein neues Leben zu geben. 

Die sechs Arten der Wegbereitung für eine Kreislaufmode-Industrie

 

Unsere Maßnahmen 2018

Unsere Partnerschaft mit Fashion for Good fortsetzen, fokussiert auf die Entwicklung und Beschleunigung zirkulärer Technologien in der Modeindustrie.

Die Annäherung innerhalb der Branche durch die Make Fashion Circular Initiative der Ellen MacArthur Foundation fördern.

Eine weitere wichtige Innovation und wegweisende Errungenschaft unserer Cradle-to-Cradle-CertifiedTM Jeans auf den Markt bringen.

Unser In-Store-Rücknahmeprogramm auf zusätzliche Regionen und online in Deutschland ausweiten.

Unsere Performance 2018

Wegweisendes Kreislaufkonzept in den Filialen

2017 brachte C&A die ersten Damenprodukte mit der Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Zertifizierung in Europa, Brasilien und Mexiko auf den Markt. Seitdem hat C&A viele neue Produkte und Kollektionen entwickelt, die im weiteren Jahresverlauf in die Filialen gekommen sind. So haben wir die Cradle to Cradle CertifiedTM Damenkollektion um Produkte für Männer, Kinder und Jugendliche erweitert und zudem unser Angebot mit Innovationen wie Streifen, Stickereien und Drucke bereichert.

2018 entwickelten wir die weltweit ersten Cradle to Cradle CertifiedTM Jeans mit Gold-Zertifizierung in mehreren Herren- und Damenausführungen und setzten diese erfolgreich ab. In Zusammenarbeit mit Fashion for Good machten wir darüber hinaus anderen Unternehmen aus der Bekleidungsbranche eine Reihe von Informationsquellen zugänglich, die diese zur Entwicklung ihrer eigenen Cradle to Cradle CertifiedTM Produkte nutzen können. Dies ist ein überaus wichtiger Schritt für uns – sowie für die gesamte Modeindustrie – auf unserem Weg hin zu Kreislaufmode.

Bisher haben wir insgesamt beinahe 4 Millionen Cradle to Cradle CertifiedTM Kleidungsstücke in den Verkauf gebracht.

Nach der erfolgreichen Einführung in den Niederlanden starteten wir unser In-Store-Rücknahmeprogramm in weiteren Märkten und bieten unseren Kundinnen und Kunden damit bereits in neun Ländern ein Rücknahmeprogramm. Bis 2020 wollen wir das Programm noch weiter ausweiten.

Erfahren Sie mehr über unsere Kreislaufmode-Produkte

Erfahren Sie mehr über unser Rücknahmeprogramm in den Filialen

Erfahren Sie mehr über Produktinnovation

Den Wandel durch Fashion for Good beschleunigen

Im März 2017 wurde Fashion for Good – gegründet durch die C&A Foundation – in Amsterdam gestartet, mit C&A als einem ihrer ersten Markenpartner. 2018 setzten wir unsere Zusammenarbeit mit Fashion for Good fort, um den Bekleidungssektor mithilfde dieser Vorhaben zu verändern:

  • Das Fashion for Good-Plug and Play Accelerator-Programm, um Start-ups zu Wachstum zu verhelfen.
  • Das Scaling.Programm, um Innovationen und deren Verbreitung zu fördern.
  • Die Erstellung von Leitfäden für andere Unternehmen, die diese für die Entwicklung von Cradle to Cradle CertifiedTM Mode nutzen können.
  • Fashion for Good Experience, das weltweit erste interaktive Museum für Innovationen im Bereich nachhaltiger Mode, das bereits mehr als 23.000 Besucher anzog.

Das Ziel von Fashion for Good als Multi-Stakeholder-Organisation ist es, den Bekleidungssektor zu transformieren und „gute Mode“ zur Selbstverständlichkeit zu machen. Dafür sind Marken, Produzenten, Einzelhändler, Lieferanten, Non-Profit-Organisationen, Innovatoren und Geldgeber zur Zusammenarbeit aufgerufen. Fashion for Good dient als innovative Plattform, die vielversprechenden Start-up-Innovatoren Zugang zu Finanzmitteln bietet und sie bei der Skalierung ihrer Innovationen unterstützt. Darüber hinaus fungiert die Organisation als Impulsgeber für Veränderungen, indem sie die Circular Apparel Community zusammenbringt, eine „Good Fashion“-Bewegung aufbaut und frei verfügbare Informationsquellen erstellt. Die Initiative hat eine enorme Dynamik entwickelt, mit über 75 Innovatoren und mehr als 15 Pilotprojekte, die bisher unterstützt wurden.

Erfahren Sie mehr über unsere Partnerschaft mit Fashion for Good

Mit wem wir arbeiten

Kreislaufmode selbstverständlicher machen

Obwohl wir stolz darauf sind, die ersten Produkte mit der Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Zertifizierung auf den Markt gebracht zu haben, wissen wir, dass Kreislaufmode noch lange nicht selbstverständlich ist.

Um dies zu ändern, ist es uns besonders wichtig, unsere Lerneffekte zu Kreislaufmode mit allen anderen Vertretern unserer Branche zu teilen. Zum Beispiel geht es um die Frage, wie Produkte entworfen, entwickelt und hergestellt werden. Wir wissen, dass unsere zertifizierten T-Shirts so designt wurden, dass sie besser für die Umwelt, die Arbeiter und ihre Gemeinschaften sind.

Diese Produkte beweisen, dass kreislaufförmige Modelle heute möglich sind. Wir wollen andere ermutigen, sich uns anzuschließen, damit solche Produkteigenschaften Teil der neuen Selbstverständlichkeit werden. Seit der Einführung unserer Kreislauf-Produkte haben weitere Marken und Einzelhändler sowie Hersteller Cradle to Cradle CertifiedTM Materialien auf den Markt gebracht, was die wachsende Dynamik unterstreicht.

Vom Abfall bis zum T-Shirt: Der Fashion for Good-Plug and Play Accelerator

„Bis zu 50 % jedes gefällten Baums wird als Abfall angesehen. Holzunternehmen suchen nach Möglichkeiten zur Nutzung dieser Abfälle, weil es zu viel davon gibt. Oft lässt man das Holz verrotten, was CO2 in die Atmosphäre bringt. Oder es wird verbrannt, was ebenfalls Probleme verursacht und zum Klimawandel beitragen kann.“
Jane Palmer, Präsident, Nature Coatings

Der erste Prototyp von Nature Coatings: ein leistungsstarkes und preiswertes Schwarzpigment aus Holzabfällen. Jane hat während ihrer gesamten Berufslaufbahn im Textilbereich gearbeitet, unter anderem als Besitzerin und Betreiberin einer Färberei. Sie wollte einen Weg finden, die Textilindustrie von erdölbasierten Inhaltsstoffen zu befreien und dabei unnötigen Abfall zu reduzieren. Die meisten Pigmente, so entdeckte sie, stammen aus dem Erdöl, sind nicht biologisch abbaubar und haben eine komplexe chemische Struktur, die mit DNA-Mutationen bei Fischen und mit Krebserkrankungen beim Menschen in Verbindung gebracht werden.

Das Schwarzpigment von Nature Coatings bietet eine Ersatzlösung, die in der Bekleidungslieferkette leicht anwendbar ist.

„Es ist keine neue Technologie erforderlich, und es entstehen auch keine zusätzlichen Kosten. Sie ist sogar der Restrictive Substances List (RSL) einen Schritt voraus und erspart so ungewollte Umsatzeinbußen“, sagt Jane.

Dank dem Fashion For Good-Plug and Play Accelerator soll das Pigment in den nächsten Monaten auf dem Markt erhältlich sein. Seit seiner Einführung hat der Accelerator zwei Jahrgänge von Start-ups und Innovatoren ausgezeichnet und eine enge Zusammenarbeit mit ihnen gepflegt. Ziel ist es, mit einem intensiven Start-up-Programm technologische Durchbrüche in messbare Innovationen zu verwandeln.

Nature Coatings war Teil der Förderung. Und Fashion for Good hat alle Versprechen eingelöst, findet Jane. „Wir kamen mit einem Halbfabrikat. Hatten ein solides Produkt und einen Business Plan, aber der Accelerator zwang uns, Entscheidungen zu treffen, unseren Business Plan weiterzuentwickeln und das Interesse von Investoren zu wecken. Außerdem verschaffte er uns den wichtigen Zugang zu großen Bekleidungsmarken, um unser Produkt zu testen“, erklärt sie.

Die Verbindung zu C&A sei besonders nützlich gewesen, betont sie. In einer Reihe von Meetings hatte ihr Team oft Gelegenheit, Feedback zu sammeln und ihr Leistungsversprechen zu optimieren. Zudem hatte das Unternehmen die Möglichkeit, mit einem Lieferanten von C&A zusammenzuarbeiten, um sein Pigment in einem seiner Produkte zu testen.

„Unsere Botschaft war noch etwas unklar, als wir bei Fashion for Good aufgenommen wurden. Heute haben wir ein eindeutiges Leistungsversprechen. Wir konnten bei Investoren und Partnern viele Türen öffnen und haben in der Bekleidungsbranche mit unserem Angebot für Begeisterung gesorgt“, sagt Jane.