Brief unseres Managements  

Sehr geehrte C&A-Stakeholder,

nachhaltige Mode zu einer Selbstverständlichkeit zu machen ist eine schwierige, aber lohnende Aufgabe. Das Jahr 2018 ging mit erheblichen Veränderungen in der Modebranche einher – nachhaltige Mode und Kreislaufkonzepte selbstverständlich zu machen, wird hier künftig für die Langlebigkeit der Marke und die Kundenbindung von entscheidender Bedeutung sein.

Gleichzeitig sind wir uns der Tatsache bewusst, dass die globale Welt der Mode einem sich verändernden und herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld gegenübersteht, das geprägt ist durch immer neue Verbrauchertrends, mangelndes Vertrauen und andere externe Kräfte. Das anhaltende rasante Wachstum des E-Commerce, die jüngsten Unsicherheiten im weltweiten Handel und das zunehmende Interesse der Verbraucher an "zirkulären" Geschäftsmodellen sind nur einige der Trends, die noch größere Veränderungen mit sich bringen und die Modebranche vor weitere Herausforderungen stellen werden.

Wir sind überzeugt, dass unsere konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit – ob in unseren betrieblichen Abläufen, unserer Wertschöpfungskette oder in unseren Filialen – durch die Vision und Werte, die wir bei C&A seit über 178 Jahren verfolgen und leben, nachhaltig untermauert wird. Nachhaltigkeit ist für uns ein langfristiges Ziel, das an Generationen gemessen wird. Ebenso wie die unternehmerischen Herausforderungen in unserer Branche von uns kreative und flexible Strategien erfordern, sind diese auch für unsere Vision, nachhaltige Mode selbstverständlich zu machen, unerlässlich. Diese Vision motiviert und inspiriert uns. Sie gibt einen Rahmen für all unsere Entscheidungen vor. Und sie treibt uns jedes Jahr aufs Neue zu noch größeren Innovationen in Sachen Beschaffung, Fertigung und Verkauf unserer Produkte an. Wir sind stolz auf die Fortschritte, die wir bisher erreicht haben, sowie unsere Ausrichtung an den UN Sustainable Development Goals und dem UN Global Compact:

 

Kreislaufmode vorantreiben und Innovationen hervorbringen, unser Beitrag zu SDG 12 und SDG 17 – Wir haben inzwischen beinahe 4 Millionen Artikel unserer revolutionären Cradle to Cradle CertifiedTM Mode auf den Markt gebracht, einschließlich der weltweit ersten, 2018 eingeführten Jeans mit Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Zertifizierung. Darüber hinaus stellen wir der Branche unsere Erkenntnisse durch mit Fashion for Good erstellte Open-Source-Roadmaps zur Verfügung, sodass auch andere Unternehmen über die entsprechenden Ressourcen verfügen, um sich ganz auf das Kreislaufkonzept einzulassen. Mit den Fashion for Good Start-ups haben wir aktiv nach kreislauffähigen Fasern, Geschäftsmodellen und Innovationen gesucht und diese getestet. Wir freuen uns sehr über die Zusagen weiterer Markenpartner zu einer vorwettbewerblichen Zusammenarbeit im Hinblick auf die Herausforderungen in Sachen Nachhaltigkeit.

 

Unseren Teil zur Minimierung des Klimawandels beitragen, unser Beitrag zu SDG 13 – Der Klimawandel zählt nach wie vor zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Daher arbeiten wir intensiv an unseren wissenschaftlich fundierten Zielen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen. Allein in diesem Jahr konnten wir durch die Förderung einer biologischen und nachhaltigen Landwirtschaft 116.000 Tonnen an CO2-Emissionen (mtCO2e) vermeiden – dies entspricht den jährlichen CO2-Emissionen von mehr als 70.000 Personenkraftwagen. 2019 werden wir unsere Ziele finalisieren und entsprechend veröffentlichen.

 

Sicherstellung einer noch stärkeren Transparenz, unser Beitrag zu SDG 8 und SDG 12 – Wir treiben uns selbst und unsere Lieferkette weiter an, um umfassende Transparenz zu erreichen. Dies beinhaltet unter anderem auch die Offenlegung unserer gesamten Treibhausgas- und Wasserbilanz – als eine der wenigen Modemarken überhaupt. 2018 führten wir ein innovatives Tool ein, um die in unserer Lieferkette verwendeten Chemikalien zurückzuverfolgen und eine sichere Chemie zu fördern. Gleichzeitig begannen wir, den Einsatz der Blockchain-Technologie zur Rückverfolgbarkeit für Biobaumwolle zu erforschen. Nach wie vor veröffentlichen wir zudem unsere vollständige und aktuelle Lieferantenliste und informieren Sie mit diesem Bericht über unsere Reise in Richtung Nachhaltigkeit.

 

Eine Vorreiterrolle in Sachen Biobaumwolle einnehmen, unser Beitrag zu SDG 6, SDG 12 und SDG 13 – Auf Baumwolle entfallen 57 % der von uns gekauften Rohstoffe, und mit einem Anteil von 38 % daran waren wir nun bereits zum sechsten Mal der größte Abnehmer von zertifizierter Biobaumwolle weltweit. Wir wissen jedoch, dass dies noch nicht alles sein kann. Wir müssen auch nachhaltigere Viskose, Polyester und andere Fasern entwickeln und kaufen, einschließlich recycelter Materialien. 2018 verkaufte C&A Europa mehr als 300.000 Artikel, die unter anderem aus recyceltem Polyester bestanden, sowie 95.000 Stücke aus recycelter Baumwolle – und diesen Trend wollen wir weiter fortsetzen. Zusätzlich brachten wir mehr als 1,3 Millionen daunenhaltige Produkte auf den Markt, von denen 100 % nach Responsible Down Standard (RDS) zertifiziert sind. Schließlich wurde auch die Beschaffung von Mohair-Wolle der Angoraziege vollkommen eingestellt, sodass ab der Frühjahr-/Sommersaison 2019 keinerlei Produkte mit Mohair-Wolle mehr verkauft werden.

 

Unseren Kunden ermöglichen, nachhaltiger zu handeln, unser Beitrag zu SDG 12 – Unser Hauptfokus liegt auf den 3,5 Millionen Besuchern, die wir jeden Tag in unseren Filialen auf der ganzen Welt begrüßen dürfen und die eine zentrale Rolle dabei spielen, um nachhaltige Mode zum Mainstream zu machen. Neben unserer weitreichenden #WearTheChange Kampagne, die inzwischen in allen Einzelhandelsmärkten von C&A läuft, haben wir auch unser Textilsammelprogramm auf neue Regionen ausgeweitet. So können heute Kundinnen und Kunden in acht Ländern ihre aussortierte Kleidung in unseren C&A-Filialen abgeben und in einem neunten Land steht inzwischen auch unser Online-Rücknahmeprogramm zur Verfügung.

 

Unsere Mitarbeiter in den Wandel unserer Branche einbeziehen, unser Beitrag zu SDG 5, SDG 8 und SDG 17 – 2018 starteten wir unsere Inspiring World Kampagne, bei der rund 33.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Vision einer besseren Welt teilten. Zusammen mit der C&A Foundation wurden im Rahmen des Programms mehr als 1 Million Euro an von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgewählte Wohltätigkeitsorganisationen übergeben. Diese Spenden kamen mehr als 250.000 Menschen zugute.

 

Zusammenarbeit im großen Stil, unser Beitrag zu SDG 8 und SDG 17 – Eine branchenweite Zusammenarbeit ist der Schlüssel für unseren Fortschritt in Sachen Nachhaltigkeit sowie für die Realisierung des umfassenden Wandels, der für eine Revolutionierung unserer Branche erforderlich ist. Neben vielen anderen wichtigen Allianzen haben wir 2018 auch unsere enge Zusammenarbeit im Rahmen des ACT-Abkommens (Action, Collaboration, Transformation) fortgesetzt. Hierbei handelt es sich um eine bahnbrechende Vereinbarung zwischen globalen Marken, Einzelhändlern und Gewerkschaften – geschaffen, um die Bekleidungs-, Textil- und Schuhindustrie neu zu gestalten. Gemeinsam mit weiteren am ACT-Abkommen beteiligten Marken haben wir es uns zum Ziel gesetzt, für die Bekleidungsarbeiter in den wichtigsten Beschaffungsmärkten existenzsichernde Löhne durchzusetzen, indem wir branchenweite Tarifverträge auf nationaler Ebene sowie in der gesamten Branche Bewertungstools und Praktiken für einen verantwortungsvollen Einkauf einführen.

 

Schließlich werden wir die Ellen MacArthur Foundation auch weiterhin unterstützen und unser technisches Know-how bereitstellen, um erfolgreiche Kreislaufkonzepte für die Modeindustrie zu entwickeln. Außerdem arbeiten wir natürlich mit der C&A Foundation zusammen, um in der gesamten Branche einen systemischen Wandel hinsichtlich der sozialen und ökologischen Praktiken herbeizuführen.

 

In den kommenden Monaten werden wir unseren Fortschritt im Hinblick auf unsere Ziele für 2020, die wir vor fast fünf Jahren aufgestellt haben, überprüfen. Zudem werden wir uns intensiv den Erkenntnissen der letzten Jahre widmen, wenn es darum geht, unseren Anspruch und unsere Rolle in der Zukunft der nachhaltigen Mode zu definieren. Im weiteren Jahresverlauf 2020 werden wir dann voraussichtlich unsere neue globale Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlichen.

 

Seit 2015, als wir unsere erste globale Nachhaltigkeitsstrategie entwickelten, haben wir vieles erreicht. Wir sind ermutigt durch unsere Fortschritte, erkennen aber an, dass es noch viel mehr zu tun gibt. Wir werden das Thema Nachhaltigkeit noch tiefer in unserem Unternehmen verankern, das Wissen für nachhaltige Praktiken in unserer Lieferkette verstärken und unsere Führungsrolle im Bereich Nachhaltigkeit im Einzelhandel weiter ausbauen. Letztlich sind wir überzeugt, dass nachhaltige Mode zum Mainstream wird. Mit diesem Bericht legen wir unseren Fortschritt hinsichtlich dieser Erwartung offen – und damit sowohl unsere Erfolge als auch die Herausforderungen. Wir sind von unseren bisherigen Fortschritten ermutigt und erkennen an, dass wir unsere Führungsrolle und unseren Einfluss aufrechterhalten müssen, um das Momentum zu nutzen und unsere Ambition zu untermauern. Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam und mit einer offenen Denkweise nachhaltige Mode zu einer Selbstverständlichkeit machen können.

 

Edward K. Brenninkmeijer,

Vorsitzender des Global Sustainability Committee, C&A AG,
Vorsitzender der C&A Foundation

 

Jeffrey Hogue,

Chief Sustainability Officer, C&A Global