Nachhaltige Lieferkette  Standards erhöhen, Kompetenzen aufbauen

Unsere Lieferkette umfasst mehr als eine Million Menschen, die bei 757 Lieferanten weltweit beschäftigt sind. Die Unternehmen mit ihren mehr als 2.000 Produktionseinheiten stammen aus vier Beschaffungsregionen mit den verschiedensten Kulturen. Auch wenn diese Zahlen sehr groß erscheinen, stellen sie nur einen sehr geringen Teil der Lieferkette der gesamten Bekleidungs- und Textilindustrie dar. Einerseits ist dies eine echte Chance, nachhaltiges Verhalten der verschiedenen Bevölkerungsgruppen selbstverständlicher zu machen. Andererseits bedarf der Einsatz für bessere Praktiken auch Wachsamkeit und Engagement in besonderem Maße. Wir müssen die wichtigen Themen in enger Partnerschaft mit unseren Lieferanten und Stakeholdern identifizieren und Kompetenzen für Veränderungen aufbauen.

Wir beginnen mit unseren Lieferantenbeziehungen, weil wir hier gemeinsam eine positive Wirkung erzielen können. Dabei suchen wir immer nach Wegen, die Standards weiter zu verbessern und zusammen mit anderen Partnern den branchenweiten Wandel voranzutreiben. Unser Fokus liegt auf zwei Bereichen: Sicherheit und Fairness für die Menschen, die unsere Kleidung herstellen, sowie die Förderung einer sauberen Umwelt und gesunde Gemeinschaften in unseren Beschaffungsländern.

Sichere und faire Arbeitsbedingungen

Saubere Umwelt

Unser Anspruch

Eine nachhaltige Lieferkette vom Bauern bis zum Kunden

Nachhaltigkeit bedeutet, sich auf ein Kreislaufmodell hin zu bewegen, bei dem die Kleidung schon für den nächsten Gebrauch konzipiert wird. Zudem soll sie mit weniger, dafür sichereren Chemikalien, erneuerbaren Energien, sauberem Wasser und unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt werden.

Um nachhaltiges Verhalten selbstverständlicher zu machen, investieren wir in den Aufbau von Kompetenzen in unserer gesamten Lieferkette – vom Feld bis zur Fabrik. Wir sehen Compliance als Ausgangspunkt, aber nicht als oberstes Ziel: Erst einmal müssen wir mit unseren Lieferanten und deren Fabriken Veränderungen herbeiführen. Wir fördern zudem Kreislaufmode, mit der wir die umfangreichen Materialflüsse bei Kleidung fair und schonend gestalten. Wir beziehen dabei Nachhaltigkeitsüberlegungen von Anfang an mit ein und gestalten unsere Produkte mit Blick auf ihren nächsten Einsatz. Dies schließt eine sorgfältige Auswahl von sicheren Materialien und Chemikalien ebenso ein wie die Zusammenarbeit mit den Fabriken unserer Lieferanten zur Gewährleistung sicherer und fairer Arbeitsbedingungen. Zudem wollen wir die „End-of-Use“ Lösungen im Interesse unserer Kunden erweitern.

Unsere Ziele

100%

unserer Produkte werden von Top-Performing A/B-bewerteten Lieferanten stammen.


Wir werden innerhalb unserer Lieferkette Kompetenzen aufbauen, die über die Auditierung hinausgehen, um unsere Lieferanten und deren Mitarbeiter einzubeziehen

Null

Ausstoß von schädlichen Chemikalien.

20%

geringerer CO2-Fußabdruck in allen Filialen, Verteilzentren und Büros (ab dem Jahr 2012).

Reduzierung des Wasserverbrauchs bei der Produktion unserer Rohstoffe um 30% (ab dem Jahr 2015).

Reduzierung des Wasserverbrauchs in unseren Filialen, Verteilzentren und Büros um 10% (ab dem Jahr 2015).

Kein Abfall auf Deponien durch unsere Einzelhandelsaktivitäten.

Prüfung und Transparenz

Transparenz wird zur Selbstverständlichkeit

Die Lieferkette der Bekleidungsindustrie ist komplex. Bei uns umfasst sie rund 2.400 Tier-1- und Tier-2-Produktionseinheiten. Damit sind sowohl Herausforderungen als auch ein großer Spielraum für Veränderung verbunden. Indem wir unsere eigenen Standards neu bewerten und die Entwicklung gemeinsamer Standards fördern, nehmen wir die Branche mit auf den Weg und verankern zuverlässige Prozesse.

Transparenz ist ein Teil der Lösung. Wir müssen die Rückverfolgbarkeit und Verlässlichkeit über die gesamte Lieferkette der Bekleidungsindustrie hinweg absichern. So können wir mit den Stakeholdern und anderen Marken gemeinsame Herausforderungen angehen, die richtige Unterstützung anbieten, gutes Verhalten belohnen und den Wandel in der Branche vorantreiben. Wir erhöhen stetig die Transparenz unserer Lieferkette und veröffentlichen mindestens einmal jährlich eine Liste mit den Produktionseinheiten unserer Tier-1- und Tier-2-Lieferanten.

Unser übergeordneter Ansatz

Ein wichtiger erster Schritt zu mehr Transparenz in unseren Lieferketten sind genaue Daten über die Leistung unserer Lieferanten und die Bewertung laufender Maßnahmen. Das reicht von der Chemikalien-, Energie- und Wassernutzung bis hin zu Themen wie Löhne oder Sicherheit am Arbeitsplatz. Je umfassender und genauer die Informationen sind, desto gezielter und effektiver können wir die Lieferanten unterstützen.

Von den Unternehmen und Organisationen der Bekleidungsindustrie werden derzeit ganz verschiedene Monitoring- und Bewertungsinstrumente genutzt. Wir sind jedoch mit vielen unserer Stakeholder der Meinung, dass wir hier eine Annäherung schaffen und standardisierte Instrumente einsetzen müssen. Nur so können wir die Qualität unserer Daten und die Effizienz unseres Handelns verbessern.

Der Higg-Index der Sustainable Apparel Coalition (SAC) liefert genau diesen einheitlichen Bewertungsstandard. Er wird bereits von vielen großen Marken, einschließlich C&A, verwendet und wächst in Umfang und Effektivität. C&A erprobt derzeit das Higg 3.0 Facility Environment Module (FEM), das nach seiner Inbetriebnahme bis Ende 2017 als vollwertiges Tool für die Umweltprüfung in der gesamten Bekleidungslieferkette fungieren wird. Wir sind zudem am SAC-Projekt „Social and Labour Convergence“ beteiligt, das auf die Entwicklung eines Bewertungsinstruments für Menschen- und Arbeitsrechte abzielt.

Mittlerweile nutzen wir eine Kombination aus eigenen Audit- und Bewertungsinstrumenten, den bestehenden Higg-Modulen und dem Audit-Protokoll des ZDHC. Wir werden diese Instrumente so lange wie nötig nutzen oder auch ergänzen, um Lücken in der Abdeckung zu schließen. Damit kommen wir im Rahmen eines Multi-Stakeholder-Diskussionsprozesses einer Lösung näher, die von allen Marken unterstützt wird.

Das Transparenzversprechen

2016 hat sich Human Rights Watch an 72 globale Bekleidungsmarken, darunter C&A, gewandt, um sie zur Abgabe eines neuartigen Transparenzversprechens zu verpflichten. Dieses Versprechen ist Teil einer Initiative, die Marken zu einer konsequenten Transparenz in ihren Lieferketten ermutigt. Die Bekleidungsindustrie soll auf diesem Wege einen gemeinsamen Mindeststandard etablieren, der sie zur Veröffentlichung von Informationen über alle Fabriken ihrer Lieferketten während der Herstellungsphase anhält. Wir haben uns im Februar 2017 zu diesem Versprechen bekannt, uns seither vollständig auf die Anforderungen eingestellt und diese Informationen in konsistenter Form zur Verfügung gestellt.

Erfahren Sie mehr über das Transparenzversprechen

Unser Code of Conduct für Lieferanten

Die Erwartungen an unsere Partner in der Lieferkette werden in unserem Code of Conduct für Lieferanten klar formuliert. Seine Einhaltung wird durch regelmäßige Audits unseres Sustainable Supply Chain (SSC)-Teams überprüft, das weltweit über 100 Auditoren umfasst. 2017 haben wir die im Code of Conduct für Lieferanten enthaltenen Standards zum Brandschutz, Umweltschutz und hinsichtlich der Arbeitszeiten aktualisiert und verschärft. Bei Verstößen legen wir Lieferanten, C&A-Mitarbeitern und Beschäftigten in den Fabriken unserer Lieferanten nahe, unsere Fairness Channels zur anonymen Meldung von etwaigen Regelverletzungen zu nutzen.

Wie wir Lieferanten bewerten

Transparenz ist unser oberstes Prinzip bei der Bewertung unserer Lieferanten in Sachen Nachhaltigkeit, begleitet durch unser Engagement für den Kompetenzaufbau. Dies spiegelt sich in unseren Ratings wider. Nachhaltigkeitskriterien machen 20 % unserer gesamten Lieferantenbewertung aus und haben das gleiche Gewicht wie Preis, Qualität, Lieferung und Produktausführung. Jede Produktionseinheit wird im Rahmen unseres Code of Conduct für Lieferanten anhand einer Reihe Bewertungskriterien von A bis E bewertet.

Die mit A und B bewerteten Produktionseinheiten weisen keine gravierenden Verstöße entsprechend der Vorgaben unseres Code of Conduct für Lieferanten auf. Auf der anderen Seite führt etwa ein ernstes Problem wie eine unzureichende Feuerlöschausrüstung oder eine wiederholt versäumte Brandschutzübung zu einer D-Einstufung. Die Aufdeckung eines Verstoßes, bei dem eine Null-Toleranz-Politik gilt, führt hingegen zu einer E-Einstufung.

Die Gesamtbewertung eines Lieferanten wird als Durchschnitt aller für C&A eingesetzten Produktionseinheiten errechnet. Hat ein Lieferant jedoch eine mit E bewertete Produktionseinheit, wird die Gesamtlieferantenbewertung zu E herabgestuft. Wir vergeben keine Produktionsaufträge an Lieferanten mit E-Rating. Dennoch arbeiten wir eng mit diesen zusammen, um Probleme anzugehen und ihre Bewertung im Laufe der Zeit zu verbessern – als Voraussetzung für neue Aufträge. Neue Lieferanten und Produktionseinheiten müssen vor einer möglichen Zusammenarbeit nachweisen können, dass sie unsere Nachhaltigkeitskriterien erfüllen und bei Bedarf Verbesserungen vornehmen.

Unsere Null-Toleranz-Kriterien

Zur kontinuierlichen Verbesserung unseres Prüfungsprozesses und zur Förderung des richtigen Verhaltens aktualisieren wir jedes Jahr unsere Prüfungspläne. Wir wollen dabei die Messlatte für unsere Standards im Laufe der Zeit höher legen. Beispielsweise haben wir uns bei C&A auf den ILO-Standard für minderjährige Arbeitnehmer (16 Jahre) festgelegt, der über den nationalen Vorschriften (14 Jahre) liegen kann. Im Jahr 2018 werden wir weitere Null-Toleranz-Themen angehen, um die Arbeitsbedingungen in unserer Lieferkette weiter zu verbessern.

Hier zeigen wir die vollständige Liste unserer Null-Toleranz-Themen und deren Begründung:

Kategorie

Erläuterung

Zwangsarbeit, Leibeigenschaft oder Gefängnisarbeit

Zwangsarbeit aufgrund tatsächlicher oder wahrgenommener Bedrohung

Schwerwiegende Formen von Kinderarbeit

Ein Arbeitnehmer unter 16 Jahren, der Sklaverei, Zwangsarbeit oder Schuldknechtschaft, Prostitution, Pornographie, Drogenhandel oder anderen Belastungen ausgesetzt ist, die die Gesundheit, Sicherheit oder Moral des Arbeiters beeinträchtigen können.

Kinderarbeit/minderjährige Arbeiter

Arbeiter unter 16 Jahren

Missbrauch

Nachweis von körperlichem, sexuellem, verbalem oder psychischem Missbrauch

Fehlende Zahlung von Mindestlöhnen 

Weniger als 50 % der befragten Arbeiter erhalten keinen Mindestlohn

Fehlende Zahlung von Löhnen in der Probezeit

Mehr als 50 % der befragten Arbeiter erhalten nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Probelohn

Ausländische Arbeiter oder Arbeitsmigranten ohne legale Arbeitserlaubnis

Arbeitnehmer haben kein Recht auf Arbeit oder eine gültige Arbeitserlaubnis

Unerlaubte Heimarbeit

Die Herstellung findet in einer nicht zugelassenen, heimischen Produktionseinheit statt

Verweigertes Audit

Kein uneingeschränkter Zugang zu Arbeitern, Aufzeichnungen, der gesamten Produktionseinheit sowie den Wohnheimen. Es gab dabei zweimal unangemessene Verzögerungen

Arbeitszeit

Bezahlte Überstunden

Fälle, in denen Arbeitnehmer mehr als 91 Stunden pro Woche arbeiten. Sie werden nicht für alle Überstunden gemäß den gesetzlichen Bestimmungen bezahlt und erhalten keinen Zuschlag

Freier Tag pro Woche

Alle Fälle, bei denen Arbeitnehmer 31 Tage oder mehr ohne Unterbrechung arbeiten

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

Sandstrahlarbeiten

Fertigungsverfahren, die sehr feine Materialpartikel zur Bearbeitung von Oberflächen nutzen. Hier wird häufig Sand mit kristalliner Kieselsäure verwendet, der zu Erkrankungen an Silikose führen kann

Gebäudesicherheit

Produktionseinheit in einem Mehrparteiengebäude, wo vier Mindestanforderungen nicht erfüllt sind

Mindestanforderungen:

1.            Das gesamte Gebäude verfügt über eine gültige Brandschutzgenehmigung

2.            Das gesamte Gebäude verfügt über ein gültiges bauaufsichtliches Prüfzeugnis

3.            Für das gesamte Gebäude wurde eine gemeinsame Brandschutzübung durchgeführt

4.            Es ist eine zentrale Brandmeldeanlage für das gesamte Gebäude installiert und in Betrieb genommen worden

Keine baurechtliche Genehmigung 

Eine bauaufsichtliche Zulassung ist nicht vorhanden, nicht gültig oder deckt nicht das gesamte Gebäude ab. Das Gebäude hat keine Zulassung für die gewerbliche Nutzung

Baukörper und Nutzung des Gebäudes stimmen nicht mit dem gesetzlich genehmigten Bauplan überein

Es werden falsche oder zusätzliche Geschosse angegeben oder die genehmigten Gebäude und das Dach des Gebäudes wird nicht nach dem gesetzlich genehmigten Bauplan erstellt oder genutzt

Ungültige Gewerbeerlaubnis

Die Adresse der Produktionseinheit stimmt nicht mit der in der Gewerbeerlaubnis überein

Brandschutz

Keine Brandschutzzulassung 

Die Brandschutzzulassung ist nicht vorhanden, nicht rechtsgültig oder deckt nicht das gesamte Gebäude ab

Schlaf-und Wohnbereiche ohne klare Trennung vom Produktions- bzw. Lagerbereich

 

Industriegeneratoren und/oder Heizkessel ohne Abgrenzung vom Produktionsbereich

 

 

In unserem Code of Conduct für Lieferanten beschreiben wir detailliert, was C&A von seinen Lieferanten in Bezug auf die Einhaltung von Gesetzen, Arbeitsbedingungen, Umweltleistung und Korruptionsbekämpfung erwartet. Diese Bestimmungen stellen nur die minimalen Standards, aber nicht die strengsten Vorgaben dar. Sie unterscheiden sich auch von den genannten Null-Toleranz-Fällen. Beispielsweise müssen unsere Lieferanten anhand des Code of Conduct die folgenden Mindeststandards bei den Arbeitszeiten erfüllen:
 

  • Die Lieferanten müssen die Standardarbeitszeit vertraglich so festlegen, dass sie den nationalen Gesetzen oder Tarifverträgen entspricht, d. h. mit einem Maximum von 48 Stunden pro Woche einschließlich Überstunden.
  • Die Lieferanten müssen Überstunden verantwortungsbewusst einsetzen, nicht regelmäßig anfordern und akzeptieren, dass Überstunden freiwillig sind. Sie dürfen die Arbeiter deshalb nicht zu Überstunden zwingen.
  • Die Arbeitszeit darf 60 Stunden während eines Zeitraums von sieben Tagen nicht überschreiten, bis auf wirklich außergewöhnliche, unvorhersehbare Fälle. Das gilt zudem nur, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:
    1) Sie sind nach nationalem Recht zulässig;
    2) Sie sind tarifvertraglich vereinbart;
    3) Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer werden getroffen.
  • Die Lieferanten müssen den Arbeitnehmern Pausen erlauben. Zudem wird ihnen mindestens ein freier Tag in jedem Sieben-Tage-Zeitraum gewährt und die Möglichkeit gegeben, an gesetzlichen Feiertagen freizunehmen.

Erfahren Sie mehr zu unserem Code of Conduct für Lieferanten

Erfahren Sie mehr zu den Umsetzungsrichtlinien für unseren Code of Conduct für Lieferanten

Unsere Performance im Jahr 2017

Der Schwerpunkt unserer Produktion (93 %) liegt in neun Beschaffungsländern.

Beschaffungsländer für Bekleidung, Anteil in % am Volumen des hergestellten Produkts

2016 haben wir unsere weltweiten Lieferantenbewertungen erstmals nach Produktionseinheiten und prozentualem Anteil der Mitarbeiter vorgenommen. Im Laufe des Jahres 2015 hatten Brasilien und Mexiko mit der Umsetzung der Richtlinien und des Auditprozesses unseres globalen Sustainable Supply Chain (SSC)-Programms begonnen. Somit war 2016 das erste Jahr, in dem der neue Code of Conduct für Lieferanten in allen Beschaffungsregionen Geltung hatte und wir globale Kennzahlen vorlegen konnten.

Brasilien und Mexiko verfügen über ausgedehnte einheimische Lieferketten. 80 % der in Brasilien verkauften Produkte und 50 % der Erzeugnisse in Mexiko werden im Inland hergestellt. Aufgrund unserer besonderen neuen Anforderungen für die Lieferkette in Brasilien und Mexiko arbeiten wir eng mit jedem Lieferanten und jeder Fabrik zusammen. Ziel ist es, ihre Kompetenzen auszubauen und die Bewertungen fortlaufend zu verbessern, um die Anforderungen unseres Code of Conduct für Lieferanten zu erfüllen.

Anteil der von A/B-bewerteten Lieferanten bezogenen Produkte (% Volumen/Region)

Tier-1 und Tier-2 Rating der Produktionseinheiten in Prozent nach Herkunftsländern

Anteil der Beschäftigten in den Produktionseinheiten nach Bewertung und Herkunftsland

 

Im Jahr 2017 haben fast 55 % der Mitarbeiter in unserer Lieferkette in Fabriken mit A- und B-Rating gearbeitet. Das ist ein Rückgang um sechs Prozentpunkte gegenüber 2016, als 61 % der Beschäftigten in den bestbewerteten Betrieben tätig waren. Dies resultiert aus der strengeren Bewertung bei elf maßgeblichen Themengebieten, was bei vielen Lieferanten zu einem Rückgang der Benotung führt.

Immer noch wird 14 % der Arbeit in D- und E-bewerteten Fabriken geleistet, ein Anstieg von sieben Prozentpunkten seit 2016. Auch dies liegt an der Neukategorisierung der Bewertung. Um die Ratings im Laufe der Zeit zu verbessern, verfolgen alle D- und E-bewerteten Fabriken Corrective Action Plans (CAPs). Sie werden von lokalen Teams beobachtet und bleiben in der Auftragsvergabe eingeschränkt, bis sich ihre Leistungen deutlich verbessern.

2017 haben in Brasilien und Mexiko 41 % bzw. 37 % der Mitarbeiter in Fabriken mit D- bzw. E-Rating gearbeitet. Beide Länder haben 2016 erstmals den vollständigen Code of Conduct für Lieferanten verabschiedet, sodass wir nun in allen Regionen einen einheitlichen globalen Lieferantenstandard haben. Im Jahr 2018 werden sich die für die inländischen Lieferketten Brasiliens und Mexikos zuständigen Teams auf die Erweiterung von Kompetenzen und technischem Know-how in allen Produktionseinheiten konzentrieren. Damit kommen wir unserem Ziel wieder ein Stück näher.

Unser Programm überprüfen

Unser Sustainable Supply Chain (SSC)-Team aus erfahrenen Fachleuten ist in verschiedenen Beschaffungszentren aktiv – darunter in China, Bangladesch, Indien, der Türkei, Hongkong, Kambodscha, Brasilien und Mexiko. Sie werden durch das Global Sustainability Team unterstützt, das seine Erkenntnisse weitergibt und Nachhaltigkeitskonzepte in all unseren Beschaffungsländern und Einzelhandelsmärkten auf den Weg bringt. So kann sich das SSC-Team darauf konzentrieren, das SSC-Programm vor Ort umzusetzen und die Produktionseinheiten bei ihrer kontinuierlichen Verbesserung zu unterstützen.

Im Jahr 2015 hat C&A eine Kooperation mit einem professionellen Dienstleister aufgebaut, um für den Bereich Menschenrechte kontinuierlich Due Diligence-Prozesse in unserer Lieferkette durchzuführen. Dabei kommen die UN Guiding Principles for Business and Human Rights zur Anwendung, um zu überprüfen, ob das aktuelle SSC-Programm den Anforderungen unseres Code of Conduct für Lieferanten entspricht.

 

Im diesem Rahmen wurden umfangreiche Analysen durchgeführt, um unsere Fortschritte bei der Umsetzung der SSC-Strategie ebenso zu bewerten wie unser Vorgehen in unseren Beschaffungsländern in Asien, Europa, der Region EMEA, Brasilien und Mexiko. Wir haben hier einen schrittweisen Ansatz gewählt, der 2016 mit C&A Europa begann und 2017 mit C&A Brasilien und Mexiko fortgesetzt wurde.

Diese Analyse umfasst unser Lieferantenportfolio, das Auditprogramm, das Programm zum Kompetenzaufbau und den Ansatz zur Prävention von Menschenrechtsrisiken. Der Due Diligence-Prozesses sieht vor, in verschiedenen Beschaffungsländern verdeckte Audits und Validierungsaudits zur Prüfung der Eignung, Präzision und Wiederholbarkeit unserer Audit-Prozesse durchzuführen. Darüber hinaus werden Bewertungsgespräche und Interviews mit den zuständigen Teams für Beschaffung, Einkauf und Nachhaltigkeit durchgeführt.

Der Due Diligence-Prozess wurde durchgeführt, um unsere SSC-Aktivitäten bei zehn strategischen Schwerpunkten zu testen:

 

1.            Programmadministration

2.            Umsetzung unseres Code of Conduct für Lieferanten

3.            Lieferantenregistrierung und Einführungsprozess

4.            Durchführung und Nachbereitung des Auditprogramms

5.            Lieferantenbewertung und Performancemanagement

6.            Umsetzung und Verbesserung des Corrective Action Plan (CAP)

7.            Aufbau von Kompetenzen in unserer Lieferkette

8.            Systemintegration, Prozesse und Genauigkeit

9.            Organisationsstruktur und Ressourcen

10.         Auswirkungen des Programms und Berichterstattung

 

Die Bewertung ergab unterschiedliche Entwicklungsstände der SSC-Programme. Europa und Brasilien sind am weitesten fortgeschritten, ihre Programme arbeiten im Rahmen der Aufgabenstellung effektiv. Das Programm in Mexiko befindet sich in einem Verbesserungsprozess, bei dem sich das Führungsteam zur Beseitigung von Defiziten verpflichtet hat.

Der externe Prüfer befand, dass C&A weiterhin einen strategischeren und systematischeren Ansatz verfolgen sollte, um den Menschenrechtsrisiken in seiner Lieferkette wirksam zu begegnen. Wir haben die einzelnen Empfehlungen zur Kenntnis genommen und einen integrierten, transparenten Prozess mit einer Projektmanagement-Plattform aufgesetzt, die auf Online-Echtzeit basiert. Derzeit werden regionale Aktionspläne umgesetzt und die SSC-Programme in Europa sowie Brasilien und Mexiko unabhängig bewertet.

Europa

Fast zwei Jahre nach der externen Prüfung wurde der Großteil der Empfehlungen im Rahmen des regionalen Aktionsplans umgesetzt. Das SSC-Team in Europa aktualisiert derzeit seine Strategie und greift dabei die bestehenden Verbesserungsmöglichkeiten auf.


Brasilien

Die Bewertung aus dem Jahr 2017 hat gezeigt, dass unser SSC-Programm in Brasilien auf mehreren Gebieten im Einklang mit einer international guten Praxis steht und vor Ort Maßstäbe setzt. Wichtige Funktionen und Verantwortlichkeiten wurden etabliert und die Zusammenarbeit zwischen dem SSC-Team, dem Beschaffungs- und dem Nachhaltigkeitsteam auf ein gutes Niveau gebracht. Das Bewusstsein für den Code of Conduct für Lieferanten ist hoch und wird von einem klaren und effektiven Einführungsprozess für die Lieferanten und Produktionseinheiten begleitet.

Es gibt einen tragfähigen Auditprozess und Corrective Action Plan (CAP). Verdeckte Audits und Verifizierungsaudits von sechs Produktionseinheiten haben die gleichen Bewertungen wie die der SSC-Prüfer ergeben. Die CAPs wurden nach Bedarf erstellt. Alle damit verbundenen Themen sind mit den Lieferanten und ihren Produktionseinheiten diskutiert worden. Die Bewertung machte auch deutlich, dass einige Anforderungen des Code of Conduct für Lieferanten lokal angepasst werden müssen, insbesondere in Sachen Gebäudesicherheit und Brandschutz.
 

Mexiko

Die externe Bewertung im Jahr 2017 hat ergeben, dass das SSC-Programm in Mexiko bei der Mehrzahl der strategischen Schwerpunkte unzureichend ist. Zugleich wurde aber konstatiert, dass sich das Führungsteam zur Beseitigung der Mängel verpflichtet hat. Seitdem sind wichtige Fortschritte erzielt worden: Das SSC-Team verfügt nun über einen eigenen Manager und die Prozesse werden besser aufeinander abgestimmt. Der nächste Schritt ist die Einführung eines integrierten SSC-Systems.

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