Chemikalien  Auf dem Weg zu Null Ausstoß schädlicher Chemikalien

Chemikalien sind Teil unseres Lebens. Sie finden auch bei der Herstellung und dem Waschen von Kleidungsstücken Verwendung, etwa beim Anbau von Rohstoffen wie Baumwolle, beim Färben oder als wichtige Inhaltsstoffe in den Waschmitteln unserer Kunden. Wir bei C&A wollen gewährleisten, dass die bei der Herstellung unserer Produkte genutzten Chemikalien sicher für Mensch und Umwelt sind. Daher sind wir Gründungsmitglied von ZDHC, einem Zusammenschluss von 23 globalen Marken und Einzelhändlern, die sich gegen die Verwendung schädlicher Chemikalien in ihren Lieferketten aussprechen.

Mit diesem ausführlichen Bericht 2017 über unsere Fortschritte bekräftigen wir jedes Jahr unser Engagement gegenüber Greenpeace und den Standorten, an denen unsere Produkte hergestellt wird. Neben einer ausführlichen Erläuterung unseres Chemikalienmanagements und unserer Fortschritte gehen wir auch auf die vor uns liegenden Herausforderungen ein. Zudem stellen wir im Rahmen unseres Sustainable Chemicals Management (SCM)-Programms die jährlichen Leistungskennzahlen zu den chemischen Audits und den regelmäßigen Abwasseruntersuchungen zur Verfügung.

Erfahren Sie mehr über unser öffentliches Bekenntnis zu ZDHC (auf Englisch)

Der Ansatz für unser Nachhaltiges Chemiemanagement

Der ganzheitliche Ansatz des Chemikalienmanagements von C&A umfasst drei Bereiche:

  1. Inputmanagement – Identifizierung sicherer Chemikalien, Förderung der Einführung und Vermeidung des Einsatzes schädlicher Chemikalien.
  2. Prozessmanagement – Bewertung und Verifizierung von Chemikalienmanagement-systemen und -leistungen vor Ort.
  3. Outputmanagement – Nachweis der Aussonderung schädlicher Chemikalien aus dem Abwasser und öffentliche Dokumentation unserer Leistungen.

 

Wir sind uns bewusst, dass wir unsere Vision einer Lieferkette ohne schädliche Chemikalien nicht allein verwirklichen können. Nur zusammen mit der Branche, ihren Marken, NGOs, Akademikern, Chemielieferanten und Herstellern können wir einen permanenten Wandel vorantreiben. In jedem der drei oben genannten Bereiche fördert C&A die Entwicklung von Industriestandards, Instrumenten und Methoden, wie etwa das Higg 3.0 Facility Environmental Module (FEM) der Sustainable Apparel Coalition und der ZDHC Gateway.

Darüber hinaus haben wir einen „Minimum Performance Standard“ geschaffen, um unsere Erwartungen im Chemikalienmanagement gegenüber der Lieferkette zu verdeutlichen. Jede Produktionseinheit unserer Lieferanten wird im Rahmen des SCM-Programms mit einem Rating versehen, das sie zur Erfüllung der Vorgaben oder zu Korrekturmaßnahmen veranlasst. Der Standard wird jährlich aktualisiert, um die kontinuierliche Verbesserung in Richtung ZDHC-Niveau voranzutreiben.


Inputmanagement

Das Inputmanagement ist der Eckpfeiler des SCM-Programms. Sein Ziel ist die Beschaffung von ZDHC-konformen Chemikalien für C&A-Lieferanten. In der Praxis werden chemische Produkte entsprechend der Anforderungen der ZDHC Manufacturing Restricted Substances List (MRSL) geprüft und die Ergebnisse auf dem ZDHC Gateway registriert. Das Gateway dient den C&A-Lieferanten und der gesamten Branche als globale Datenbank für sicherere Chemie.

Im Interesse einer sichereren Chemie führt C&A zusammen mit mehreren anderen Marken ein risikobasiertes „Screened Chemistry“-Programm ein, das die bestmöglichen und besseren alternativen Chemikalien identifiziert. Im Verbund mit dem ZDHC Gateway stellen wir unseren Lieferanten Informationen über sicherere Chemikalien zur Verfügung, damit sie fundierte Beschaffungsentscheidungen treffen können.

Weltweit arbeiten wir zudem mit wichtigen Chemikalienlieferanten und -herstellern zusammen, um das Bewusstsein für ZDHC und seine Anforderungen zu schärfen. Wir wollen so das Wissen über sicherere Chemie erweitern und Forschung sowie Innovation zur Entwicklung geeigneter Alternativen vorantreiben.


Prozessmanagement

Prozessmanagement ist die Voraussetzung dafür, dass jeder unserer Lieferanten über das notwendige Personal, die Managementsysteme, die Werkzeuge und das Fachwissen zur Erfüllung der ZDHC-Anforderungen verfügt. Dafür haben wir das SCM-Audit entwickelt, bei dem technische Experten in Nassproduktionseinheiten unserer Lieferanten deren aktuellen Leistungsstand bewerten und einen gemeinsamen Aktionsplan zur kontinuierlichen Verbesserung erstellen.


Outputmanagement

C&A verpflichtet sich, öffentlich über seine Fortschritte bei der Erfüllung des ZDHC-Standards zu berichten. Wir führen in Produktionseinheiten unserer Lieferanten regelmäßig Abwassertests nach den ZDHC-Abwasserrichtlinien durch, um den Ausschluss schädlicher Chemikalien nachzuweisen. Durch die Prüfung des Rohabwassers auf die im ZDHC-MRSL gelisteten Chemikalien kontrollieren wir zudem die Abwesenheit schädlicher Chemikalien in den einzelnen Anlagen. Werden diese dennoch nachgewiesen, greift ein Ausstiegsplan mit der kurzfristigen Ersetzung der Chemikalie durch eine nachhaltige Alternative.

Darüber hinaus veröffentlichen alle C&A-Lieferanten ihre Abwasser-Testergebnisse auf der Website des Institute of Environmental Affairs (IPE) sowie auf dem ZDHC Gateway. Damit ist der Informationszugang der maßgeblichen Stakeholder zu den von uns jährlich erzielten Fortschritten gewährleistet.


Kompetenzen aufbauen

Wir schulen unsere Lieferanten im Verständnis um die Wichtigkeit des Chemikalienmanagements und in der Entwicklung der Infrastruktur zur Begrenzung ihrer Auswirkungen. Dieser Kompetenzaufbau deckt viele verschiedene Bereiche ab, beinhaltet aber auch Trainings zur Verwendung bestimmter Chemikalien, zur Auswahl besserer Alternativen und zum sicheren Umgang.

Fachleute führen zur Unterstützung häufig Besuche vor Ort durch und bewerten den Stand des Verbesserungsprozesses und des Corrective Action Plan (CAP). C&A veranstaltet zudem regelmäßige Treffen. Auf operativer Ebene werden dabei Probleme und Lösungen in der Lieferkette diskutiert, während es auf Top-Management- und Eigentümer-Ebene um die Schärfung des Bewusstseins für unsere Anforderungen geht.

Gemeinsam für den Ausschluss von schädlichen Chemikalien

Das SCM-Programm basiert auf Zusammenarbeit. Denn wir haben früh erkannt, dass keine Marke allein die Null-Emission von schädlichen Chemikalien bewerkstelligen kann. Daher waren wir Gründungsmitglied der Zero Discharge of Hazardous Chemicals Foundation, die 2012 mit dem Ziel gegründet wurde, den Einsatz von besonderes priorisierten Chemikalien zu unterbinden und zwar durch:

  • die Erstellung und Aktualisierung der Manufacturing Restricted Substances List (MRSL) und der zugehörigen Konformitätsrichtlinien.
  • die Identifizierung von sichereren Alternativen für MRSL-Chemikalien
  • die Entwicklung eines zuverlässigen chemischen Bewertungsverfahrens
  • die Qualitätskontrolle der Abwässer aus den Produktionseinheiten und öffentliche Berichterstattung über die Ergebnisse.
  • die Erreichung der vollständigen Transparenz der Chemikalienemissionen in unserer Lieferkette
  • die Befähigung unserer Lieferanten, sich durch Kompetenzaufbau und Schulungen den Ausstoß schädlicher Chemikalien auf null zu reduzieren.

Wir nutzen unsere globale Größe und Reichweite, um in diesen sechs Bereichen Ergebnisse zu erzielen. Dabei geht unser Unternehmen über die Einhaltung von Vorschriften hinaus. Denn wir streben letztendlich die Selbstverständlichkeit einer guten Praxis in den Fabriken der C&A-Lieferanten und in der gesamten Branche an.

C&A arbeitet mit Branchenakteuren wie dem Institute of Public and Environmental Affairs (IPE) zusammen. Im Rahmen dieses Engagements überprüft C&A regelmäßig seine Lieferkette auf Umweltverstöße, die auf der IPE-Website aufgeführt werden. Außerdem arbeitet das Unternehmen an der Verbesserung der Lieferkette in China.


Mit der C&A Foundation Verbesserungen erreichen

Die C&A Foundation bringt Marken, Initiativen und Menschen zusammen, die sich für eine faire und nachhaltige Modebranche einsetzen. Ein Kernbereich der Stiftung ist Kreislaufmode, was das Themengebiet Chemie einschließt. Die C&A Foundation hat intensiv mit ZDHC zusammengearbeitet, um den Ausschluss schädlicher Chemikalien in den weltweiten Lieferketten für Bekleidung und Schuhe weiter voranzubringen.

Die C&A Foundation hat im Rahmen der Kooperation mit ZDHC drei Fördergebiete:

  1. Das ZDHC Gateway - Abwassermodul. Eines der Hindernisse für ein besseres Chemikalienmanagement ist der Mangel an Daten zur Situation und Verbesserung der Abwasserqualität. Das Abwassermodul ist eine offene Plattform für Informationen zur Einleitung von Abwässern. Sie hilft Fabriken dabei, zeitnahe und genaue Daten zu veröffentlichen. Zudem ermöglicht sie den Marken, ihre Fortschritte in der gesamten Lieferkette zu überwachen und gegenüber den Interessengruppen der Branche Rechenschaft abzulegen.
  2. Fünf-Jahres-Plan für strategisches Wachstum. Mit diesem Plan kann ZDHC seine Maßnahmen priorisieren und wichtige Meilensteine dokumentieren. Das unterstützt seine Vision einer „umfassenden Verwirklichung nachhaltiger Chemie und optimaler Verfahren in der Textil-, Leder- und Schuhindustrie zum Schutz der Verbraucher, der Arbeiter und der Umwelt“.
  3. ZDHC InCheck-Tool. Lieferanten wissen nicht immer, wie sie auf alternative Chemikalien in ihren Produktionsprozessen zugreifen können. Dieses Tool ermöglicht es Herstellern, ein Chemikalienverzeichnis zu erstellen und zu aktualisieren, eine Selbstbewertung durchzuführen und insgesamt bessere Chemikalien zu beschaffen.

Die C&A Foundation unterstützt auch MaterialWise, eine branchenübergreifende Kooperation unter Leitung des Cradle to Cradle Product Innovation Institute. MaterialWise ist eine Datenbank mit geprüften Daten zu chemischen Gefährdungstatbeständen. Sie erleichtert es Lieferanten, Herstellern und Marken, eine bessere Chemie in Produktdesign und -herstellung zu verankern.

Unsere Performance im Jahr 2017

Das SCM-Programm von C&A deckt 81 % seines weltweiten Geschäftsvolumens ab, von unseren Nassprozessanlagen in Tier-1 und Tier-2 bis hin zu allen ausgewählten Fabriken. Bis heute war unser SCM-Programm auf diesen Gebieten erfolgreich:

  • 348 Chemikalienmanagement-Audits
  • 348 Corrective Action Plans zur Erfüllung der SCM-Anforderungen
  • Über 500 Abwassertests zur Identifizierung schädlicher Chemikalien in unserer Lieferkette
  • Zweitägige Schulung von 600 Mitarbeitern aus unserer Lieferkette zum Thema Chemie- und Abwassermanagement
  • Arbeit von 17 C&A-Experten für den Ausschluss schädlicher Chemikalien aus unserer Lieferkette
  • Über 750 Fabrikbesuche des SCM-Teams zur Fortschrittsbewertung und Problemlösung bei der Erfüllung seiner Anforderungen
  • Ein strategischer Partner für chemische Audits und Abwassertests in der C&A-Lieferkette sowie zum Kompetenzaufbau für die weltweite Umsetzung des SCM-Programms

Der Ende 2017 über SCM eingeführte „Minimum Performance Standard“ von C&A ist ein ganzheitlicher Bewertungsansatz, der die Leistung einer Produktionsstätte gemäß den drei Säulen des Programms transparent zusammenfasst: Input, Prozess und Output. Der Standard umfasst zudem einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess für den Betrieb der Anlagen.

Die Anforderungen des Standards werden in folgende Kategorien eingeteilt: Null-Toleranz, kritisch und schwerwiegend. Abhängig von der Anzahl der erfüllten Vorgaben erhält jeder Produktionsstandort eine Bewertung: von Gold bis inakzeptabel.


Sustainable Chemicals Management Performance 2017

Bewertung

Zahl der Produktions-einheiten

in %  der Produktions-einheiten

Gold

0

0 %

Silber

10

4 %

Bronze

60

25 %

verbesserungswürdig

167

71 %

inakzeptabel

0

0 %

Gesamt:

237

100 %

2017 war das erste Jahr, in dem Produktionseinheiten unserer Lieferanten eine SCM-Leistungsbewertung erhalten haben. Grundlage war der in der zweiten Jahreshälfte kommunizierte Standard. Somit zeigen die oben aufgeführten Ergebnisse die erstmalige Bewertung nach einem neuen Standard. 29 % der Produktionseinheiten entsprachen bereits unseren Anforderungen, während die übrigen als Vorgabe einen klaren Zeitrahmen für die Leistungssteigerung erhielten, die für eine weitere Zusammenarbeit mit C&A notwendig ist. Unser Schwerpunkt 2018 liegt auf der Sensibilisierung, der Entwicklung von Know-how sowie der technischen Unterstützung durch Experten, um die Leistung dieser Produktionseinheiten zu steigern. Der SCM-„Minimum Performance Standard“ wird von Jahr zu Jahr strenger, sodass sich die Produktionseinheiten auf die Erfüllung der neuen Anforderungen von 2018 einstellen müssen und für Verbesserungsmaßnahmen im Hinblick auf den Standard von 2017 verantwortlich sind.


Inputmanagement

Wir sind 2017 bei der Bewältigung von Herausforderungen für das Inputmanagement und bei der Förderung von Branchenlösungen deutlich vorangekommen. 

2017 hat C&A ein Pilotprojekt zu Art und Herkunft der Chemikalien durchgeführt, die unsere Lieferanten beziehen. Das Projekt wurde an 31 Produktionseinheiten weltweit realisiert und offenbarte eine lange und komplexe chemische Lieferkette. Die Unternehmen haben 4.365 chemische Produkte von 557 Produzenten gekauft. Erfreulicherweise verfügt bereits die Hälfte dieser chemischen Produkte über Konformitätsnachweise, die eine Erfüllung des ZDHC-Standards belegen.

2017 brachte ZDHC mit dem Gateway eine globale Datenbank für sicherere Chemie auf den Markt. Sie erleichtert es den Chemieherstellern, Informationen mit Marken und Textil-, Schuh- und Lederlieferanten analog des ZDHC-Standards sicher auszutauschen. Die noch begrenzte Zahl der auf dem ZDHC Gateway registrierten chemischen Produkte ist nach wie vor eine Herausforderung. Allerdings wächst sie täglich weiter und dass verbessert die Identifizierung sichererer Chemikalien. C&A ermutigt die Chemikalienlieferanten und -produzenten, ihre chemischen Produkte auf dem Gateway zu registrieren und damit die breite Anwendung einer sichereren Chemie zu ermöglichen.

Die Situation macht klar, warum die Zusammenarbeit innerhalb der Branche unerlässlich ist. Wenn 31 Produktionseinheiten bei 557 Chemieproduzenten einkaufen, zeigt das die Notwendigkeit für ein branchenweites Signal an unsere Lieferkette. Das ZDHC Gateway kann dafür der geeignete Kanal sein und wird daher im Jahr 2018 den Schwerpunkt unseres SCM-Programms bilden.


Prozessmanagement

2017 hat C&A erstmals 237 Produktionseinheiten mit dem SCM-Audit geprüft. Das Audit, das als Vorstufe zum Higg 3.0 Facility Environmental Module (FEM) dient, bewertet das Chemikalienmanagementsystem und die Leistung der Betriebe vor Ort.

Das Audit umfasst die folgenden Aspekte:

  • Umweltmanagementsysteme
  • Energieverbrauch
  • Wasserverbrauch
  • Abwasser
  • Abfallwirtschaft
  • Chemisches Management

2017 hat sich C&A weiter auf den Ausbau des SCM konzentriert, wobei viele Produktionseinheiten erstmals nach den Standards von C&A bzw. ZDHC geprüft wurden.

Zu den fünf wichtigsten festgestellten Mängeln von Produktionseinheiten gehörten 2017:

  1. kein ordnungsgemäßer Umgang mit schädlicher Abfällen (einschließlich Klärschlämmen)
  2. keine umgesetzte Regelung für die ordnungsgemäße Handhabung, Verwendung, Lagerung und Entsorgung von Chemikalien
  3. keine chemische Risikobewertung aller verwendeten Chemikalien
  4. keine Regeln zur Überwachung und Kontrolle verbotener und eingeschränkt nutzbarer Stoffe für alle verwendeten Chemikalien
  5. kein Ausstiegsplan für die in der MRSL/RSL aufgeführten Chemikalien, die in der Produktion verwendet werden

Viele dieser Punkte stehen im Zusammenhang mit dem erstmaligen Audit bei mehreren Produktionseinheiten. Sobald alle Defizite identifiziert sind, arbeitet das SCM-Team mit den Betrieben gemeinsam an der Umsetzung eines Corrective Action Plans und leistet die erforderliche technische Unterstützung. Bis heute wurden über unser SCM-Programm mehr als 300 Corrective Action Plans zur Beseitigung schädlicher Chemikalien erstellt.

Eine große Herausforderung im Prozessmanagement bleibt der bestehende Mangel an Know-how. Nach den Bewertungen und Audits haben wir nun einen besseren Einblick, wie viel Kompetenzaufbau für das Chemikalienmanagement entlang unserer Lieferkette erforderlich ist. Die meisten Fabriken, Wäschereien und Druckereien haben nur Grundkenntnisse bei chemischen Fragestellungen und weder die Fähigkeiten noch Informationen, um die notwendigen Änderungen an ihren Systemen vorzunehmen. Daher ist unser Fokus auf die Ausbildung und die Entwicklung der Infrastruktur gerichtet.

Ein weiteres Problem sind Stoffe von Drittanbietern. Obwohl einige gute Fortschritte gemacht worden sind – etwa bei der Anwendung des Moduls Higg Index 3.0 – steht die chemische Auditierung und Abwasserprüfung hier noch ganz am Anfang. Hohe Kosten sowie fehlende Ressourcen und Kooperationsmöglichkeiten bremsen derzeit die notwendige Entwicklung, damit wir unsere Ziele als Branche erreichen können.


Outputmanagement

2017 hat C&A Abwassertests an 234 Produktionseinheiten in 14 Ländern nach den ZDHC-Abwasserrichtlinien vorgenommen. Wir nehmen Abwasserproben an drei Stellen: Einströmendes Wasser, Rohabwasser und eingeleitetes Abwasser.
 

Abwassernachweis nach chemischer Gruppe und Stelle der Probenentnahme

C&A verwendet die Rohabwasserprobe zur Validierung einer Anlage nach den Vorgaben von ZDHC und MRSL. Phthalate und Alkylphenol (AP) und Alkylphenolethoxylate (APEO´s) sind mit 65 bzw. 63 Nachweisen die am häufigsten registrierten chemischen Verbindungen an dieser Probeentnahmestelle. Zu beachten ist aber zugleich, dass sie mit 33 bzw. 39 Nachweisen auch die am häufigsten vorkommenden Chemikalien im belasteten einströmenden Wasser sind.

Wir arbeiten nach dem „Clean Factory“-Ansatz und befürworten den Ausschluss schädlicher Chemikalien – nicht nur für die Produktion bei C&A, sondern für alle Marken. Ab 2018 müssen alle Produktionseinheiten unserer Lieferanten ihre Abwasserprüfberichte sowohl auf der IPE-Website als auch auf dem ZDHC Gateway veröffentlichen.

Was kommt danach?

Inputmanagement

C&A wird weiterhin seine chemische Lieferkette analysieren, um die Verwendung und die Herkunft chemischer Produkte besser nachvollziehen zu können. Darüber hinaus werden wir mit wichtigen Chemielieferanten zusammenarbeiten, um die Nutzung des ZDHC Gateways voranzutreiben. Außerdem werden wir ab 2019 Anforderungen an die Verwendung von Chemikalien festlegen, die auf dem Gateway registriert sind. Der Fokus im Jahr 2018 liegt auf der Ausgestaltung dieser Anforderungen und der weiteren Befüllung des Gateways.

Im Laufe des Jahres 2018 werden wir auch erstmals den ZDHC InCheck anwenden. Dieses Werkzeug dient der Branche zu einer standardisierten Überwachung der chemischen Eingangsstoffe. Mit der Chemikalien-Inventarliste eines Standorts und deren Überprüfung auf sicherere, im ZDHC Gateway registrierte Chemikalien wird die Übereinstimmung mit der MRSL gewährleistet. Jeder Standort erhält einen InCheck-Bericht, der von C&A zur Steuerung der Beseitigung schädlicher Chemikalien verwendet wird.


Prozessmanagement

C&A wird die Wirksamkeit seines Handelns weiter steigern. Viele der 2017 erstmals geprüften Produktionseinheiten werden mit fachkundiger technischer Unterstützung bei der Behebung aller wichtigen Probleme unterstützt. Wir werden zudem mit der Anwendung des SAC Higg FEM 3.0 beginnen, der 2019 vollständig etabliert sein wird. Zu diesem Zeitpunkt wird das SCM-Audit von C&A überflüssig und wir übernehmen zugleich immer häufiger Branchenstandards und -Tools.

Darüber hinaus werden wir den Kompetenzaufbau im Rahmen von SCM weiter verstärken, um die heute noch bestehenden Wissenslücken in der textilen Lieferkette zu schließen.


Outputmanagement

Abwasseruntersuchungen dienen uns als Fortschrittsnachweis für die Erreichung des ZDHC-Niveaus. Nachdem 2017 viele Produktionseinheiten ihre ersten Abwassertests durchgeführt haben, liegt der Fokus nun auf der Ursachenanalyse. Dabei geht es etwa um die Identifizierung der fehlgeschlagenen chemischen Nachweise an der ursprünglichen Quelle und die Suche nach Alternativen. C&A wird weiterhin Ausstiegspläne für jede Produktionsstätte mit negativem Befund erstellen und sie bei der Suche nach stofflichen Alternativen über das ZDHC Gateway unterstützen.

Gleichzeitig setzen wir uns weiterhin für die Veröffentlichung der Ergebnisse der Abwasseruntersuchungen ein und werden das Abwassermodul des ZDHC Gateway umgehend einführen. Die von der C&A Foundation geförderte Plattform dient als globales Portal für Abwassertestergebnisse, die nach den ZDHC-Abwasserrichtlinien geprüft wurden. Es bietet Lieferanten und deren Produktionseinheiten eine einfache Möglichkeit, gesicherte und verifizierte Daten zu Abwasser und Klärschlamm an ihre Kunden, also Marken und Händler, weiterzugeben. Zugleich werden unnötige Tests begrenzt. Die Verantwortlichen können sich vielmehr auf die Verbesserung der Wasserqualität bei der Einleitung konzentrieren.


Produktentwicklung ohne Ausstoß schädlicher Chemikalien

Unsere Vision ist eine globale Bekleidungsindustrie, die zu einer Kreislaufwirtschaft wird und in der Kleidung für den nächsten Einsatz gestaltet wird. Unsere T-Shirts mit der Cradle to Cradle Certified™ GOLD-Zertifizierung spielen eine wichtige Rolle bei der Zertifizierung von sicheren Chemieanwendungen. Diese Produktlinie wird mit weniger, aber sichereren Chemikalien entwickelt und hergestellt. Sie ergänzt unser Gesamtkonzept für ein besseres Chemikalienmanagement, indem sie eine Null-Emission von schädlicher Chemikalien als reale Möglichkeit aufzeigt.

Erfahren Sie mehr zu unseren Cradle to Cradle Certified™ Produkten

C&A logo

You have arrived at the English language version of this site.