Sichere und faire Arbeit Sichere und angemessene Arbeit für alle

Wir glauben, dass sichere und faire Arbeitsbedingungen für alle Arbeiter in der Textilindustrie die Norm sein sollten, nicht nur für diejenigen, die in den Fabriken unserer Lieferanten arbeiten. Deshalb nutzen wir unseren Einfluss und bauen Kompetenzen über unsere Lieferkette hinweg auf. So wollen wir erreichen, dass gute Arbeitspraktiken selbstverständlich werden, und eine Übereinstimmung mit den Zielen der anderen Marken und Multi-Stakeholder-Initiativen erreichen. Wir waren eines der ersten Bekleidungsunternehmen, das 1995 einen Code of Conduct für Lieferanten implementiert hat, und arbeiten seit vielen Jahren mit unserer Lieferanten zusammen, um Vertrauen aufzubauen.

C&A folgt den UN Guiding Principles on Business and Human Rights. Wir sind uns unserer Rolle und Verantwortung als Unternehmen bewusst. Im letzten Jahr haben wir auch die OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains in the garment and footwear sector implementiert, um Risiken in unserer Lieferkette angemessen identifizieren, priorisieren und managen zu können. Diese kontinuierliche Maßnahme steht im Einklang mit der Arbeit von C&A mit dem German Partnership for Sustainable Textiles und dem Dutch Covenant for Sustainable Apparel and Textile.

Wir haben die vier wesentlichen Herausforderungen, denen unsere Lieferanten begegnen, definiert und langfristige Strategien für jede Herausforderung entwickelt. Wir setzen uns dafür ein, Lösungen zu finden, um Praktiken wie übermäßige Überstunden und Löhne, verdeckte Unterauftragsvergabe, Gebäudesicherheit und Brandschutz, Einschränkungen der Vereinigungsfreiheit und Arbeitsrechte in unseren wichtigsten Beschaffungsländern zu beseitigen. Wir werden auch künftig unsere Zusammenarbeit mit anderen führenden Organisationen und der Zivilgesellschaft fortsetzen, um den

Lieferanten- und Arbeiterengagement

Die Schwächsten fördern

Unsere vier wichtigsten Arbeitsthemen

In den letzten Jahren haben wir vier wichtige Herausforderungen identifiziert, die die Arbeitsbedingungen in unserer Lieferkette signifikant beeinflussen. Diese Themen sind komplex und in der Regel in den verschiedenen Ländern, aus denen wir unsere Produkte beziehen, miteinander verbunden. Deshalb braucht es Zeit, gemeinschaftliches Handeln, Einfluss und Partnerschaften, um einen nachhaltigen Wandel zu erzielen. 

Im letzten Jahr haben wir uns darauf konzentriert, Kompetenzen hinsichtlich der Themen aufzubauen, bei denen unsere geschäftlichen Entscheidungen die größten Auswirkungen haben, und hinsichtlich der Bereiche, in denen wir eine Konvergenz mit anderen Industriepartnern identifiziert haben. Darüber hinaus haben wir unsere Einkaufspraktiken eingehend analysiert und herausgefunden, wo wir uns besser gegenüber unseren Lieferanten verhalten können. Die unten genannten wichtigsten Herausforderungen sind nicht nach Wichtigkeit geordnet.

Challenge 1 – Arbeitszeiten und Vergütung
Challenge 2 – Gebäudesicherheit und Brandschutz
Challenge 3 - Vereinigungsfreiheit
Challenge 4 – Verdeckte Produktion

 

Herausforderung 1 – Arbeitszeiten und Vergütung

Arbeiten, um zu leben

Für Textilarbeiter in Märkten wie Bangladesch kann eine lange Arbeitswoche normal sein. Wir kennen die verschiedenen Faktoren, die dies bewirken können. Es ist unser Bestreben, die Praktiken zu ändern, sodass kein Arbeiter mehr als maximal 60 Stunden pro Wochen arbeiten muss. Unser Code of Conduct für Lieferanten schreibt vor, dass die Arbeitszeit in einem Zeitraum von sieben Tagen 60 Stunden nicht überschreiten darf, außer in wirklichen Ausnahmefällen und unter unvorhersehbaren Umständen. Außerdem müssen die Arbeiter für ihre Arbeit fair entlohnt werden.

Durch unser Lieferantentraining und regelmäßige Prüfungen wissen unsere Lieferanten, dass sie die nationalen Gesetze, die International Labor Organization’s (ILO) Core Conventions, Tarifverträge und die Aspekte des ETI-Basiskodex, die die Höchstarbeitszeit, die Überstundenvergütung und die Ruhetage betreffen, erfüllen müssen. Sie wissen auch, dass sie die Arbeiter für Überstunden zeitnah vergüten müssen. Um einen sicheren und komfortablen Arbeitsplatz sicherzustellen, müssen die Arbeiter außerdem Pausen machen dürfen, mindestens einen freien Tag innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen haben und an gesetzlichen Feiertagen freinehmen dürfen. Um potenzielle Verstöße gegen diese Anforderungen aufzudecken und zu adressieren, führen unsere Auditteams und Development Officers regelmäßig Prüfungen durch, überwachen sie und helfen, unbeabsichtigte Folgen abzumildern.


Erfahren Sie mehr darüber, wie wir unsere Lieferanten bewerten

Herausforderungen

Durch unsere Erfahrungen wissen wir, dass unsere Einkaufs- und Beschaffungspraktiken die Produktionsplanung unserer Lieferanten beeinflussen und erhebliche Auswirkungen auf Löhne und Arbeitszeiten haben können. Änderungen in letzter Minute am Design, in der Produktion oder Lieferfristen können dieses Problem ungewollt verschärfen. Abgesehen davon haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass einige Lieferanten die Produktion nicht adäquat planen, was unter anderem zu Herausforderungen bei der Personalbesetzung führt, um die Aufträge termingerecht auszuliefern. Darüber hinaus machen es weitere Faktoren schwierig, dieses Problem anzugehen. Dazu zählt etwa, wenn ein Arbeiter eine zusätzliche Vergütung benötigt, um seine Familie zu unterstützen, oder wenn die Betriebsleitung die tatsächlichen Arbeitszeiten falsch darstellt, um Auswirkungen auf ihr Geschäft zu vermeiden. Schließlich mangelt es ganz allgemein an lohntariflicher Durchsetzung durch die Kommunalverwaltungen, sodass die Marken die meisten Kontrollen durchführen müssen. 

Seit vielen Jahren fordern wir von unseren Lieferanten und ihren Fabriken, dass sie die Arbeiter mit Vergütungen entlohnen, die dem gesetzlichen Minimum und/oder den Industriestandards entsprechen oder diese übertreffen, je nachdem welcher höher ist. Trotzdem finden wir immer noch Beispiele vor, in denen keine Überstundenzuschläge gezahlt werden. In einigen Fällen werden Arbeiter nach Produktivität (Anzahl der hergestellten Stücke) anstatt mit Stundenzuschlägen entlohnt.

Wie antworten wir darauf?

Manche Arbeiter wollen oder müssen ihren Lohn maximieren. Deshalb können Reduzierungen von Arbeitszeiten ihnen nur helfen, wenn die Löhne steigen. Wir haben uns entsprechend auf den Weg gemacht, um die Hindernisse hinsichtlich dieser Spannungen zu identifizieren und zu überwinden. Wir nutzen dafür einen Multi-Stakeholder-Ansatz mit anderen Marken, der ACT Foundation und unseren eigenen Pilotprojekten.


Genaue Verfolgung und angemessene Vergütung

Die Transparenz der Arbeitsabläufe ist von größter Bedeutung für uns, damit wir die Leistung in unserer gesamten Lieferkette überwachen können. In den letzten drei Jahren haben wir die Notwendigkeit von Transparenz bei unseren Lieferanten und ihren Produktionseinheiten immer wieder betont. Zum Beispiel müssen die Lieferanten zuverlässige Zeiterfassungsgeräte benutzen, mit denen alle regulären Stunden, Überstunden und Pausen exakt aufgezeichnet werden. Unsere Sustainable Supply Chain (SSC) Development Officers helfen der Betriebsleitung der Fabriken, diese Anforderungen zu verstehen, und arbeiten mit ihnen an der Genauigkeit ihrer Aufzeichnungen.


Angemessene Bezahlung und Training sicherstellen

Wenn ein Akkordlohn verwendet wird, müssen die Lieferanten nachweisen, dass die Zahlungen mindestens dem Mindestlohn entsprechen oder dass Tarifverhandlungen stattfinden. Dies wird durch eine schriftliche Lohn- und Gehaltspolitik unterstützt, die den Arbeitern durch Mitarbeiterhandbücher, Aushänge, Briefe, regelmäßige Treffen oder auf andere Art und Weise vermittelt wird. Fabriken müssen außerdem Trainings mit allen Arbeitern und Subunternehmern durchführen. Diese Maßnahmen erhöhen die Transparenz, stärken die Arbeiter und helfen uns gleichzeitig, die Probleme einfacher zu erkennen.

Erfahren Sie mehr über unser Ownership Programm für Lieferanten


Übermäßige Arbeitszeiten reduzieren

2017 starteten wir ein Pilotprojekt, um zu verstehen, welche Schritte erforderlich sind, um einen nachhaltigen und skalierbaren Ansatz zur Reduzierung übermäßiger Arbeitszeiten zu entwickeln. Gleichzeitig sollten dabei angemessene Löhne für die Arbeiter aufrechterhalten werden. Das Pilotprojekt wurde bei sechs strategischen Lieferanten von C&A in Bangladesch und China über einen Zeitraum von zwölf Monaten durchgeführt.

Das Projekt zielt auf die zwei wesentlichen Treiber übermäßiger Arbeitszeiten ab: Das HR- und Produktionsmanagement der Lieferanten sowie die Einkaufspraktiken der Marken. Die Lieferanten wurden aufgefordert, die Praktiken in ihren Fabriken zu analysieren, die zu ausufernden Arbeitszeiten führen könnten. C&A nutzte den Fragebogen zu Einkaufspraktiken von ACT, um zu verstehen, wie unser Einkauf das Problem verschärfen könnte. Diese Punkte wurden offen zwischen dem Lieferanten und dem Team von C&A diskutiert, als die Gründe für die übermäßigen Arbeitszeiten sowie mögliche Herangehensweisen zur Verbesserung analysiert wurden.

Die bisherigen Ergebnisse belegen, dass alle Pilotfabriken bis auf eine signifikante Reduzierung der Arbeitszeiten erreicht und diesen Status auch über weitere sieben Monate aufrechterhalten haben. Die Pilotfabrik in China brauchte länger, um übermäßige Arbeitszeiten zu reduzieren, hat dies jedoch nach und nach erreicht und auch über drei Monate beibehalten. 

Ein Kernthema auf der Lieferantenseite ist die Denkweise des Managements, das übermäßige Arbeitszeiten oft als integralen Bestandteil des Geschäftsbetriebs betrachtet. Für uns ist es essenziell, intern Aufmerksamkeit dafür zu generieren, da viele Funktionen – einschließlich Beschaffung, Einkauf und Design – einen Einfluss auf die Arbeitszeiten und damit verbundene Herausforderungen haben können.

Fallbeispiel:

Auf dem Weg, existenzsichernde Löhne für Arbeiter zu gewährleisten

ACT (Action, Collaboration, Transformation) setzt sich aus 17 internationalen Marken und IndustriALL Global Union zusammen. Seine Mitglieder verbindet ein gemeinsames Ziel: Die Gewährleistung existenzsichernder Löhne für Textilarbeiter durch die Förderung branchenweiter Tarifverträge in den wichtigsten Beschaffungsmärkten. C&A ist Gründungsmitglied von ACT und damit von Beginn an dabei.

Die ACT Mitglieder haben erkannt, dass eine nachhaltige Lösung nicht ohne eine enge Zusammenarbeit mit Herstellern, Mitarbeiterorganisationen, Gewerkschaften und Regierungen in den produzierenden Ländern möglich ist. In einer globalisierten Wirtschaft können nationale Lösungen nicht von der Rolle der internationalen Lieferketten abgetrennt werden. Gemeinsam fokussieren wir uns auf drei Elemente, die einen positiven Effekt auf die Ergebnisse auf Fabrikebene haben können:

  • Programme für branchenweite Tarifverhandlungen aufstellen, die zu einer besseren Beteiligung der Arbeiter und einer besseren Mitsprache hinsichtlich Praktiken und Bedingungen führen können.
  • Verantwortungsvolle Einkaufspraktiken für die Bekleidungs- und Textilindustrie entwickeln – diese können zu einer besseren Planung und Antizipation der Probleme führen, die in übermäßigen Arbeitszeiten und unbezahlten Löhnen münden können. 
  • Aktiv die Regierungen der Länder in die Gespräche einbeziehen – und die Lobbyarbeit und nationale Lohnüberprüfungsprozesse unterstützen.

2017 führte ACT eine branchenweite Selbsteinschätzung der Einkaufspraktiken der einzelnen Mitglieder zum Thema kritischen Lieferkennen durch. C&A nahm aktiv an der Entwicklung dieses Tools teil und analysierte sorgsam alle Schritte seines Einkaufsprozesses: von der Planung und Produktentwicklung bis hin zur Produktion und Auslieferung. Wir haben acht wesentliche Bereiche für Verbesserungen innerhalb unserer Einkaufspraktiken identifiziert. Die Ergebnisse dieser Einschätzung flossen auch in unser Pilotprojekt zur Reduzierung der übermäßigen Arbeitszeiten ein. Als nächstes arbeiten wir mit den anderen ACT Marken daran, Tools und Know-how zur gemeinsamen Verbesserung unserer Einkaufspraktiken zu entwickeln. Es ist unser Bestreben, einen effizienten Einkaufsprozess voranzutreiben und dabei das herausfordernde Umfeld zu berücksichtigen, in dem sich unsere Lieferanten bewegen.

Unsere Fortschritte im Jahr 2017 waren entscheidend für die Vorarbeiten, die wir in drei der Pilotländer eingeleitet haben, um einen branchenweiten Tarifverhandlungsmechanismus zu etablieren. Wir waren wichtige Teilnehmer an den beiden Ländermissionen von ACT in Kambodscha und der Türkei. Hier haben wir gemeinsam mit anderen Marken und IndustriALL wichtige lokale Stakeholder (lokale Gewerkschaften, Fabrikbesitzer und kambodschanische Ministerien) getroffen. Wir wollen einen positiven Wandel in der Entwicklung eines langfristigen Tarifverhandlungsprozesses im Land vorantreiben.

Im März 2018 war C&A Gastgeber der ACT Länderberatung in unserem Büro in Yangon, Myanmar. Unsere ersten Treffen und der vorgeschlagene Ansatz von ACT zum Lohnfestlegungsmechanismus wurden positive von Ministerien, Gewerkschaften und Lieferanten aufgenommen. Wir wollen das Momentum nicht verlieren. Deshalb werden wir im weiteren Jahresverlauf 2018, um unser Engagement in Myanmar fortzuführen und weiter in Richtung existenzsichernder Löhne für die Textilbranche zu arbeiten.

Challenge 2: Gebäudesicherheit und Brandschutz

Kompetenzen für Brandschutz, Gebäude- und elektrischer Sicherheit aufbauen

Fehlende Brandschutzvorkehrungen in der Bekleidungsproduktion haben Tausende von Menschen in Bangladesch das Leben gekostet. Es ist ein fundamentales Recht aller Arbeiter, sichere und gesunde Arbeitsplätze zu haben. Unser Code of Conduct für Lieferanten beinhaltet strenge Anforderungen an den Bau von Gebäuden, den Brandschutz und die Notfallvorsorge.  Aus der Zusammenarbeit mit dem Bangladesh Accord on Fire and Building Safety haben wir viel gelernt und eine führende Rolle im Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch eingenommen. Wir haben strenge Anforderungen an alle unsere Fabriken und in allen Beschaffungsländern weltweit.

Herausforderungen

Signifikante Lücken in Ausbildung und Fachwissen

Brandschutz und Gebäudesicherheit sind komplexe Themen, mit ingenieurtechnischen und technischen Aspekten, die oft über das interne Wissen einer Bekleidungsfabrik hinausgehen. Um diese Themen auf Betriebsebene beurteilen zu können, ist eine Ausbildung und/oder ein Ingenieursstudium erforderlich. In vielen der Beschaffungsländer fehlt ein kompetenter Talent-Pool, um die Identifikation und Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen zu unterstützen, weshalb kostspielige Beraterleistungen erforderlich sind.

Darüber hinaus erfordern Brandschutz und Gebäudesicherheit solide Prozesse von der lokalen Regierung, die die Einhaltung der nationalen Gebäude-, Feuer- und Elektrogesetzgebung sicherstellen muss. Um viele unserer Lieferanten auf den neuesten Stand zu bringen, bedurfte es einer Partnerschaft, die zu bedeutenden Maßnahmen auf Fabrikebene führte. Dazu zählten etwa die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie die Umrüstung von Produktionseinheiten mit feuerfesten Vorrichtungen. Oftmals sind diese Aufrüstungen kostspielig oder sie erfordern viel Zeit und Ressourcen.

Das ist unsere Antwort

Unsere Lieferanten unterstützen

Einen hohen Standard im Brandschutz selbstverständlich zu machen erfordert beträchtliche Anstrengungen sowohl von uns als auch von unseren Lieferanten. Wir arbeiten eng mit ihnen zusammen, um die Auswirkungen neuer Anforderungen zu verstehen und sie bei der Umsetzung von Verbesserungen zu unterstützen. Mit unserem Input können Fabriken auf die notwendigen Fähigkeiten und Werkzeuge zugreifen, um Brandschutz-, Gebäude- und elektrische Sicherheitsprogramme zu implementieren. Wir bewerten auch ihre Fähigkeit, die Veränderungen kapital- oder ressourcenorientiert umzusetzen.


Auditierung

Unser Code of Conduct für Lieferanten wurde 2015 aktualisiert, um zusätzliche weitreichende Anforderungen für den Brandschutz und die Gebäudesicherheit über unsere ganze Lieferkette aufzunehmen. 2017 und Anfang 2018 haben wir mit einer Beratungsgesellschaft zusammengearbeitet, um unsere Brandschutz- und Gebäudesicherheitsanforderungen noch einmal zu überprüfen mit dem Ziel, die Compliance mit der lokalen Gesetzgebung und Industriestandards sicherzustellen. Wir inspizieren alle unsere Fabriken und fordern sie auf, für jedes ihrer Gebäude, einschließlich Unterkünfte für Mitarbeiter, Kantinen und Lagerhäuser, eine rechtliche Dokumentation vorzuhalten. Die rechtliche Dokumentation wird überprüft, und die Gebäude werden regelmäßigen Sicherheitsinspektionen unterzogen, um sicherzustellen, dass die Verbesserungen gemäß der lokalen Gesetzgebung umgesetzt werden. Da dies eine dauerhafte Aufgabe ist, werden wir auch künftig kontinuierlich Prozesse und Anforderungen anpassen, um sicherzustellen, dass alle Produktionseinheiten dauerhaft als sichere Arbeitsplätze fungieren.


Rechtliche Dokumentation

C&A Lieferanten sind verpflichtet, adäquate Versicherungen abzuschließen, die die Arbeiter gegen Verletzungen, Unfälle oder Tod absichern. Dies gilt für alle Arbeiten auf dem Gelände und sollte, soweit gesetzlich vorgeschrieben, auch Vertragspartner sowie Zeit- und Teilzeitarbeitskräfte einschließen.

Fallbeispiel:

Gebäudesicherheit und Brandschutz in Bangladesch verbessern

Fünf Jahre sind seit dem Rana Plaza Zusammenbruch in Bangladesch vergangen, bei dem mehr als 1.100 Bekleidungsarbeiter ums Leben kamen.

C&A war eine von 220 Marken, internationalen Verbänden und der Zivilgesellschaft, die den Accord on Fire and Building Safety in Bangladesch als Reaktion auf das Unglück unterzeichnet hat. Der Accord ist eine unabhängige, rechtsverbindliche Vereinbarung, die entwickelt wurde, um eine sichere und gesunde Bekleidungsindustrie in Bangladesch zu etablieren. Sie zielt darauf ab, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem kein Arbeiter Brände, Gebäudezusammenbrüche oder andere Unfälle befürchten muss, die durch Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen verhindert werden könnten. Außerdem soll das Recht, unsichere Arbeit zu verweigern, gewährleistet sein.

Alle 145 Schnitt- und Nähfabriken von C&A in Bangladesch wurden inspiziert und Corrective Action Plans (CAPs) für jeden von ihnen entwickelt. Um die komplexen und hochtechnischen Aspekte der Korrektur- und Sanierungsmaßnahmen zu unterstützen, haben wir in Bangladesch ein starkes Technikexperten-Team aufgebaut. Wir haben außerdem Schulungsmaßnahmen für die Accord Ingenieure durchgeführt, damit diese ihr Wissen mit den Lieferanten teilen.

Bis heute wurden 92 % der identifizierten Probleme bei Lieferanten von C&A behoben. 2016 waren es noch 86 %1. Die verbleibenden CAPs befinden sich im Prozess der Bearbeitung. Der Hauptgrund für die noch anhaltenden Arbeiten ist, dass wir im Jahr 2017 mehrere neue Produktionseinheiten in unsere Lieferantenliste aufgenommen haben. Ihre Maßnahmen befinden sich noch in einem früheren Stadium als die der übrigen.

1Offizielle Daten vom Accord können von unseren abweichen, da wir unsere Lieferanten vor dem Accord überprüfen und die Zahlen veröffentlichen. Der Accord aktualisiert seine Zahlen erst nach eigener Überprüfung. 

Erfahren Sie mehr auf der Accord Website

Accord 2.0

Der Bangladesh Accord ist nun seit fast fünf Jahren etabliert. C&A ist als eine der Marken anerkannt, die sich engagiert für den Erfolg dieser Initiative eingesetzt hat und wir waren Teil des Lenkungsausschusses. Wir waren eine von sechs Organisationen, die ausgewählt wurde, um zwischen Februar und Juni 2017 zu definieren, wie die Vereinbarung nach ihrem fünfjährigen Bestehen ausgeweitet werden sollte.

Gemeinsam kamen wir darin überein, dass der Accord große Fortschritte hinsichtlich der Sensibilisierung auf wichtige Sicherheitsmaßnahmen, das Stärken und Einbeziehen der Arbeiter sowie eines echten Wandels im Bereich Brandschutz und Gebäudesicherheit in der Bekleidungsindustrie in Bangaldesch bewirkt hat. Nach erfolgreichen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Marken, IndustriALL Global Union und lokalen Stakeholdern wurde entschieden, dass der Accord um drei weitere Jahre bis Mai 2021 mit einigen wichtigen Zusätzen verlängert wird:

  • Stärkung des Engagements der Marken für die Vereinigungsfreiheit auf Basis der ILO Core Conventions.
  • Vergrößerung des Scope einschließlich der Tier-2-Produktionseinheiten (wie Druckereien und Wäschereien) zusätzlich zu den Schnitt- und Nähfabriken.
  • Eine klare Beschreibung, wann und wie die Arbeit des Accord auf die Regierung von Bangladesch übertragen wird.

Der überarbeitete Accord wurde beim OECD Global Forum on Responsible Business im Juni 2017 unterzeichnet; C&A fungierte dabei als Vertreter der Marken-Community. Der neue Accord ist noch wichtiger für uns, da so die unabhängigen, fachkundigen Sicherheitsinspektionen der Gebäude um weitere drei Jahre verlängert werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Verbesserungen, die unter dem ersten Accord erzielt wurden, beibehalten und dass alle neuen Erkenntnisse in jeder Fabrik berücksichtigt werden.

Erfahren Sie hier mehr über den Bangladesh Accord 2.0
 

Zusätzliche Hilfe für die Opfer des Brands in der Tazreen-Fabrik

Wir sind nach wie vor zutiefst bestürzt über die Verluste an Menschenleben und die Verletzungen durch den tragischen Brand im November 2012 in der Tazreen-Fabrik in Bangladesch – eine Fabrik, die C&A Brasilien beliefert hat. In der Folgezeit stellte die C&A Foundation den Familien der 112 getöteten Personen unmittelbar finanzielle Hilfe zur Verfügung und gründete einen Fonds, um die 49 erwachsenen Angehörigen fortlaufend weiter zu unterstützen.

In Zusammenarbeit mit der Caritas Bangladesch hat die C&A Foundation außerdem ein Rehabilitationsprogramm ins Leben gerufen, um den Überlebenden zu helfen, einen neuen Weg für sich zu finden. Die C&A Foundation wirkt weiterhin am Trust for Injured workers’ Medical Care (TIWMC) mit, der 172 Arbeiter, die bei dem Brand in der Tazreen-Fabrik verletzt wurden, unterstützt. Außerdem unterstützte sie im Jahr 2017 auch zwei medizinische Einrichtungen. Die medizinische Betreuung der 120 Arbeiter wird so fortgesetzt.

Die C&A Foundation unterstützte 2015 außerdem den Tazreen Claims Administration Trust (TCA) zusammen mit der Clean Clothes Campaign und IndustriALL Global Union, um den Überlebenden und den Familien der Opfer dabei zu helfen, eine angemessene Entschädigung zu erhalten. Der TCA beendete seine Arbeit im Jahr 2016 mit dem Abschluss der Entschädigungszahlungen an die Opfer des Brands. Insgesamt wurden rund 2,17 Millionen US-Dollar an alle betroffenen Familien und die durch den Brand verletzten Arbeiter ausgezahlt. 

Erfahren Sie hier mehr über die Ergebnisse des TCA

Herausforderung 3: Vereinigungsfreiheit

Arbeitnehmerorganisationen und Tarifverhandlungen ermöglichen

Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen sind essenziell, um die Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette der Modebranche und in unseren Beschaffungsländern zu verbessern. Vereinigungsfreiheit bleibt ein wichtiger Schwerpunkt unserer Strategie, um die Stimmen der Arbeiter zu verstärken, einen Dialog mit dem Management zu fördern und die gesamte Performance der Fabriken unserer Zulieferer zu verbessern.

Herausforderungen

Rechtliche Restriktionen überwinden

Einige Länder wie China schränken Tarifverhandlungen per Gesetz ein. In diesen Fällen erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie den Arbeitern helfen, alternative Formen der Arbeitnehmervertretung und -verhandlung zu etablieren. Wir erwarten von unseren Lieferanten außerdem, dass sie einen Beschwerdemechanismus einrichten, implementieren und kommunizieren, der zugänglich, berechenbar, gerecht, transparent, rechtskompatibel, und vertraulich ist sowie auf Engagement und Dialog basiert, um interne Streitigkeiten und Mitarbeiterbeschwerden zu lösen. Die Vereinigungsfreiheit wird im Rahmen unserer Audit Prozesse überprüft. Verletzungen werden als schwerwiegender Verstoß gegen unseren Code of Conduct für Lieferanten angesehen. Dies ist außerdem ein wesentlicher Teil unserer Fairness Channel Compliance-Hotlines, die wir mit Unterstützung der Ethicspoint incident Management Software implementiert haben.


Vorfälle

2017 deckten wir zehn Fälle auf, in denen die Vereinigungsfreiheit in unserer Lieferkette nicht respektiert wurde. Vier davon traten in Kambodscha auf, jeweils zwei in Myanmar und in der Türkei und jeweils einer in Bangladesch und Indien. Um diese Vorfälle zu beheben, haben unsere lokalen Sourcing and Sustainable Supply Chain (SSC) Teams, mit Unterstützung des Global Sustainability Teams und der Sourcing Teams, eng mit unseren Liefanten, den Arbeitnehmervertretungen und internationalen Gewerkschaften zusammengearbeitet, um jedes der Probleme individuell anzugehen. Sechs Fälle konnten zur Zufriedenheit von Arbeitern, Management und den Gewerkschaften gelöst. Vier Fälle befanden sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (Juni 2017) noch in der Bearbeitung.


Wie wir darauf antworten

Faire Lösung

Wenn Probleme hinsichtlich der Vereinigungsfreiheit durch Audits, Gewerkschaftsvorwürfe, Streiks oder über unsere Fairness Channel Compliance-Hotlines aufgedeckt werden, handeln wir entschlossen und arbeiten mit den entscheidenden Gruppen zusammen, um das Problem zu lösen, eine faire Behandlung der Arbeiter zu gewährleisten und die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, damit eine Wiederholung in der Zukunft vermieden wird. Falls erforderlich unterstützen wir die Wiedereinstellung von zu Unrecht entlassenen Arbeitern und fordern eine Entschädigung oder Unterstützung.

Erfahren Sie mehr über unsere Werte und Fairness Channels

Fallbeispiel:

Kinderarbeit in den Lieferketten für bestickte Bekleidung bekämpfen

2017 haben die C&A Foundation und C&A ihren Weg zur Beseitigung der Verletzung von Menschen- und Arbeitsrechten in der Lieferkette für bestickte Kleidungsstücke fortgesetzt. Handbestickte Teile sind einer der wesentlichen Beiträge Indiens zum globalen Bekleidungsmarkt. Die Beschäftigten arbeiten oft von zu Hause, sodass ihre Arbeitsbedingungen schwerer zu überprüfen sind. Heimarbeit ist in unserer Lieferkette nur zulässig, wenn die Lieferanten den C&A Guidelines for the Use of Home Workers folgen, die an die Ethical Trading Initiative (ETI) Guidelines angelehnt sind.

Die NGO GoodWeave wünscht sich eine Welt, in der alle Kinder zur Schule geschickt werden und nicht zur Arbeit und in der Erwachsene Rechte, Respekt und Chancen an ihrem Arbeitsplatz erhalten. Und es wirkt: Die Kinderarbeit in der Teppichindustrie in Südasien ist seit Aufnahme der Arbeit in der Region um 80 % zurückgegangen. Die Wirksamkeit dieser Arbeit basiert auf der erfolgreichen Einführung eines Rückverfolgbarkeitssystems, der Überwachung von Standards und der Verbesserung der sozialen Infrastruktur in Heimarbeitsgemeinschaften.

2016 haben wir ein zweijähriges Pilotprojekt bei GoodWeave in Uttar Pradesh, Indien, in Auftrag gegeben. Das Ziel ist es, einen Ansatz für die Modeindustrie zu finden, der ebenso erfolgreich ist wie in der Teppichindustrie. Er soll außerdem die Förderung der Ausbildung derjenigen umfassen, die zu jung zum Arbeiten sind, und sicherstellen, dass Erwachsene unter sicheren und fairen Bedingungen arbeiten.

Das aktuelle Pilotprojekt findet bei drei Bekleidungsproduzenten in fünf Gemeinden statt und unterstützt 7.500 Heimarbeiter und 6.000 Kinder innerhalb der Lieferkette von C&A und darüber hinaus. Child Friendly Community (CFC) Programme, die sicherstellen, dass Kinder in der Schule angemeldet sind, werden nun in drei Projektgemeinschaften in Indien etabliert: Kanwara, Tilbegumpur und Jaee. Wo dies nicht möglich ist, werden Kinder in informellen Überbrückungsschulen untergebracht, die als Motivations- und Lernzentren (MLCs) bekannt sind. Dies soll ihnen helfen, den Standard zu erreichen, denn sie benötigen, um sich an privaten oder staatlichen Schulen einschreiben zu können. Im Januar 2017 besuchten 750 Kinder Motivations- und Lernzentren und 243 Kinder waren in der Schule angemeldet.

Das Pilotprojekt gibt bereits Aufschluss über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Heimarbeitern, dennoch bleibt die Sicherstellung des Zugangs zu unseren gesamten Lieferketten eine zentrale Herausforderung. Die Lieferanten sind engagierter und das Mapping ist erfolgreicher, wenn mehrere Marken gemeinsam auf Partizipation und Transparenz drängen – eine ähnliche Erkenntnis wie bei GoodWeave in der Teppichindustrie. GoodWeave hat weitere Bekleidungshersteller und NGOs eingeladen, sich zu engagieren, und ist derzeit diesbezüglich mit zahlreichen weiteren Marken im Gespräch.

Erfahren Sie mehr über dieses Projekt auf der C&A Foundation Website

Sich für die Arbeitnehmervertretung einsetzen

Unser Code of Conduct für Lieferanten verlangt von unseren Lieferanten, dass sie eine offene und kooperative Haltung gegenüber Arbeitervertretungen einnehmen, dass sie Arbeitern erlauben, Gewerkschaften ihrer Wahl beizutreten oder diese zu gründen und gemeinschaftlich zu verhandeln. 2016 und 2017 nahmen zwei Fabriken unserer Lieferanten in Bangladesch an einem Pilot-Sozialdialogprogramm teil, organisiert von den Joint Ethical Trade Initiatives (ETIs) von Dänemark, Großbritannien und Norwegen. Das Programm zielt darauf ab, bessere Beziehungen der Branche mit dem Bekleidungs- und Textilsektor in Bangladesch aufzubauen, indem die freie und faire Meinungsäußerung von Arbeitnehmern gefördert wird.

Erfahren Sie mehr über den Sozialdialog in Bangladesch
 

Darüber hinaus nehmen wir an der ACT Initiative teil, die eine wichtige Rolle in der Sicherstellung existenzsichernder Löhne in den Beschaffungsländern spielt, indem sie nationale branchenweite Tarifverhandlungsprozesse aufsetzt, die Vereinigungsfreiheit als wesentlichen Baustein enthalten. 

Erfahren Sie mehr über unseren Einsatz für die ACT Initiative
 

Arbeiter stärken

Wenn Arbeiter und Management gut miteinander kommunizieren, sind sie eher bereit, gemeinsam ein gesundes Arbeitsumfeld zu fördern. Arbeiter müssen ihre Rechte und Pflichten kennen und Kanäle haben, über die sie Bedenken äußern können. C&A hilft ihren Lieferanten dabei, den Arbeitern sichere und effektive Wege zur Verfügung zu stellen, über die sie Bedenken und Beschwerden äußern können. In den letzten zehn Jahren haben uns unsere Compliance-Hotlines dabei geholfen, Probleme zu identifizieren, die in unseren Büros, Filialen oder in der Lieferkette aufgetreten sind.  Durch die Art und Weise, wie wir mit unseren Mitarbeitern, Lieferanten und deren Arbeitern umgehen, wollen wir Fairness und Transparenz fördern.


Erfahren Sie mehr darüber, wie wir Arbeiter stärken

Erfahren Sie mehr über unsere Werte


Round Tables zu Vereinigungsfreiheit in Kambodscha

Die Bekleidungsindustrie in Kambodscha war in den letzten Jahren von Unruhen geprägt. Die Demonstranten sind auf die Straßen gegangen und sind mit den Sicherheitskräften zusammengestoßen und Gewerkschaftsführer wurden entlassen, weil sie die Streiks organisiert hatten. Die Gewerkschaften haben wiederholt die Unterdrückung der Arbeitnehmerrechte durch die Unternehmensleitung und gewerkschaftsfeindliche Maßnahmen beklagt.

2017 setzte C&A sein Engagement mit der Regierung von Kambodscha, Lieferanten und wichtigen Stakeholdern fort, um unsere Bedenken hinsichtlich der Arbeits- und Menschenrechte zu teilen.

Durch die Ethical Trade Initiative (ETI) bündeln wir gemeinsam mit anderen Marken unsere Stimmen der Regierung gegenüber. Wir waren uns einig, dass Stabilität, Berechenbarkeit und Rechtsstaatlichkeit für das weitere Wachstum des Bekleidungssektors in der Region unabdingbar sind. Insbesondere wollen wir erreichen, dass die kambodschanischen Gesetze die Kernarbeitsnormen der International Labor Organization’s (ILO) erfüllen.

Wir haben außerdem sechs Round Table Diskussionen zum Thema Vereinigungsfreiheit durchgeführt und dabei den Schwerpunkt auf gesunde Arbeiter-/Managementverbindungen gelegt. Vertreter des oberen Managements von mehr als der Hälfte unserer kambodschanischen Lieferanten nahmen daran teil. Die verbleibenden Produktionseinheiten von C&A wurden in einer zweiten Reihe von Round Tables in den ersten Monaten 2018 eingeladen.

Anlässlich der Round Tables haben wir die Ziele von C&A betont und herausgestellt, dass wir nur mit Produktionseinheiten zusammenarbeiten, die unseren Code of Conduct für Lieferanten vollständig erfüllen. Wir ermutigen die Lieferanten, eine offene Kommunikation zu ermöglichen, um Streitigkeiten auf gütlichem Wege zu lösen, und unterstützen sie gerne mit technischem Know-how, wenn sie Schwierigkeiten bei der Problembewältigung haben.

Aufgrund der großen Ernsthaftigkeit dieser Round-Table-Diskussionen haben sich in der Region bereits erste Änderungen vollzogen, darunter Folgendes:

  • Verbesserte Kenntnis der lokalen Gesetzgebung durch die Lieferanten. 
  • Besseres Verständnis der Rolle von Gewerkschaften.
  • Verbesserte Mittel zur Lösung von Konflikten zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern.

Herausforderung 4: Verdeckte Produktion

Verdeckte Produktion verhindern

Als verdeckte Produktion bezeichnen wir, wenn C&A eine Produktionseinheit identifiziert, die noch nicht für die Produktion freigegeben wurde. Obwohl dies nicht oft der Fall ist, handelt es sich hierbei um einen gravierenden Verstoß, weil wir nicht sicher sein können, dass die Fabrik in Übereinstimmung mit unserem Code of Conduct für Lieferanten sowie mit unseren ökologischen und sozialen Anforderungen arbeitet. Wir verlangen, dass jede Produktionseinheit auditiert ist und die Anforderungen unseres Code of Conduct für Lieferanten erfüllt werden, bevor Aufträge platziert werden.

Herausforderungen

Das Aufdecken verdeckter Produktion erfordert eine permanente Wachsamkeit aufgrund der hohen Komplexität unserer globalen Lieferkette. Dies ist einer der Gründe, warum wir jedes Jahr eine Liste der Fabriken unserer Tier-1- und Tier-2-Lieferanten veröffentlichen. Indem wir die Orte, an denen unsere Produkte hergestellt werden, transparent darstellen, kommen wir unserer Rechenschaftspflicht nach, wenn verdeckte Produktion zum Einsatz kommt.

2017 deckten wir zehn Fälle von verdeckter Unterauftragsvergabe auf. Hingegen gab es keine Fälle von verdeckter Heimarbeit in unserer Lieferkette. Weil wir diese Verstöße als ernsthaft einschätzen, haben wir gegen Lieferanten oder Fabrik in mehreren Situationen Sanktionen verhängt. In allen zehn Fällen folgte eine umfassende Untersuchung. Außerdem wurden mit unseren Lieferanten und internen Teams Corrective Action Plans aufgesetzt. Drei dieser Fälle haben auch zur Einstellung der geschäftlichen Beziehungen von C&A mit dem Lieferanten geführt.

Erfahren Sie mehr darüber, wie wir Lieferanten bewerten, und über unsere Verpflichtung zu Transparenz

Hier finden Sie unsere Lieferantenaufstellung

Was ist unsere Antwort darauf?

Klare Erklärungen und ernsthafte Konsequenzen

Wenn eine verdeckte Produktion identifiziert wird, bewerten die Sustainable Supply Chain (SSC), Einkaufs- und Qualitäts-Teams die Situation und die Produktionseinheit. Weil die Umstände hinter den Fällen manchmal komplex sind, bewerten die Teams die Situation und die Absichten sehr sorgfältig und verwenden einen systematischen Prozess, um die Konsequenzen festzulegen. 


Drei-Stufen-Verfahren

2016 führten wir eine Drei-Stufen-Verfahren ein, um das Risiko von verdeckten Produktionseinheiten zum Beispiel Heimarbeit zu minimieren. Wenn ein Null-Toleranz-Problem bei der Inspektion gefunden wird, kann die Beziehung zu einem Lieferanten für zwölf Monate ausgesetzt oder beendet werden, je nach Ergebnis der Untersuchungen. Wenn eine verdeckte Produktion offengelegt wurde und die Fabrik unsere anderen Vorgaben unseres Code of Conduct für Lieferanten sowie unsere Qualitätsstandards erfüllt, erhält der Lieferant beim ersten Mal eine Abmahnung. Nach der dritten Abmahnung des Lieferanten führt es zur Aussetzung für zwölf Monate oder zur Vertragsbeendigung. In allen Fällen wird die Beziehung zu einem Lieferanten für zwölf Monate ausgesetzt, wenn ein Null-Toleranz-Fund an der verdeckten Produktionseinheit festgestellt wird.

Um die Verantwortlichkeit und das Verständnis für unsere Anforderungen im Zusammenhang mit verdeckten Unteraufträgen zu fördern, haben wir unsere gesamte Zuliefererbasis informiert und interagieren während unseres Prüfungsprozesses regelmäßig zu diesem Thema.

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