Die Schwächsten fördern Menschenrechte schützen

Unsere große Lieferkette kommt mit vielen Menschen in Berührung und jeder von ihnen hat das Recht, unter sicheren und fairen Bedingungen zu arbeiten. Wir suchen aktiv nach Problemfeldern, die die Würde oder die Menschenrechte eines Arbeiters beeinträchtigen könnten, und verfolgen einen Null-Toleranz-Ansatz, wenn wir sie finden. Wir freuen uns, dass wir jedes Jahr immer weniger Fälle finden, da unsere Lieferkette immer erfahrener wird und wir unsere Partnerschaft mit unseren Lieferanten immer weiter ausbauen. 

Arbeit Minderjähriger abschaffen

Keine Arbeiter unter 16 Jahren

2015 haben wir das erforderliche Mindestalter von Arbeitern in unserer Lieferkette gemäß den Empfehlungen des ETI Base Code und in Übereinstimmung mit den Standards der International Labor Organization (ILO) angehoben. Alle Arbeiter müssen mindestens 16 Jahre alt sein, um in einem Produktionsbereich eines Lieferanten anwesend sein zu dürfen oder hier zu arbeiten. Wenn junge Arbeiter (zwischen 16 und 18 Jahren) angestellt werden, müssen die Lieferanten alle relevanten gesetzlichen Anforderungen erfüllen, einschließlich der zeitlichen Beschränkung der Arbeitszeiten, Gefahrstoffeinschränkungen und Gesundheitschecks.


Opfer der Arbeit von Minderjährigen unterstützen

Wenn wir herausfinden, dass in unserer Lieferkette Minderjährige beschäftigt werden, wird das Kind unverzüglich aus der Fabrik geholt. Um sie davon abzuhalten, sich anderweitig einen Arbeitsplatz zu suchen, werden monatliche Zahlungen in Höhe des vom Lieferanten bezahlten Mindestlohns bis zum Erreichen des gesetzlichen Mindestarbeitsalters ausgezahlt. Erst dann sollte der betreffenden Person die Möglichkeit gegeben werden, sich wieder anstellen zu lassen. 

Wir verlangen auch, dass der Lieferant den Familien eine Entschädigung für Vorsorgeuntersuchungen, Transportmittel und Unterbringung der Verwandten eines Kindes zahlt, damit sie sie nach Hause zurückholen. Wenn das Kind am Unterricht teilnehmen möchte, muss der Lieferant die Schulgebühren bezahlen, bis das Kind das erforderliche Mindestarbeitsalter erreicht hat.


Vorfälle

2017 haben wir je einen Fall der Beschäftigung von Minderjährigen in China, Myanmar und Tunesien aufgedeckt. In den meisten Fällen waren die Arbeiter kurz vor dem Mindestarbeitsalter von 16 Jahren. Nichtsdestotrotz haben wir jede Situation mit Sorgfalt und in Übereinstimmung mit unseren internen Vorgaben behandelt. So haben wir eng mit den Lieferanten und der lokalen Zivilgesellschaft gearbeitet, um sicherzustellen, dass der Fall geklärt wird und dass die Minderjährigen im Prozess unterstützt wurden.

Die beiden in Myanmar und Tunesien gefundenen Kinder befinden sich inzwischen beide in der Ausbildung. Wir stellen sicher, dass sie angemessene lokale Unterstützung erhalten sowie ein monatliches Einkommen für ihre Familien von der Fabrik, in der die Kinder beschäftigt waren.

Im Fall von China hatte C&A bereits die ganze Produktion verlagert und unterhielt keine Geschäftsbeziehung mehr zu dem Lieferanten. Wir prüfen, wie wir solche Ausnahmefälle behandeln können, in denen wir nicht über den notwendigen Hebel verfügen, um den Wandel voranzutreiben.


Mit wem wir arbeiten

Wir arbeiten mit lokalen NGOs wie dem Centre for Child-Rights and Corporate Social Responsibility (CCR CSR) in China und Südostasien, Sheva in Bangladesch und Çagdas Yasami Destekleme Dernegi (Association for the Support of Contemporary Living) in der Türkei zusammen, um sicherzustellen, dass minderjährige Arbeiter unterstützt werden und dass wir die Wiedergutmachung begleiten. In anderen Produktionsländern suchen wir NGOs, die sich besser um die Bedürfnisse von Kindern kümmern können und die Wiedergutmachung begleiten. In der Zwischenzeit übernehmen unsere Teams vor Ort die Verantwortung für die Sicherstellung der Erfüllung der Wiedergutmachung.

Moderne Sklaverei

Unsichtbar und oftmals unerreichbar sind schätzungsweise 45,8 Millionen Menschen weltweit über alle Industrien hinweg in Situationen der modernen Sklaverei gefangen (QUELLE: Global Slavery Index).

Zwangsarbeit gedeiht in Gebieten mit hoher sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit, undurchsichtigen Geschäftspraktiken, schwacher Rechtsstaatlichkeit und hoher Nachfrage nach billigen Arbeitskräften. Um dies zu beenden, arbeiten wir mit der C&A Foundation zusammen, um tief verwurzelte kulturelle und soziale Normen in Frage zu stellen und die Transparenz innerhalb unserer Lieferkette zu verbessern. 


Zwangs-, Schuld- oder Leibeigenschaft beseitigen

Sichere und faire Arbeitsbedingungen bedeuten, dass die Menschen ihre eigenen Entscheidungen treffen können. Die Arbeiter müssen Anspruch auf Arbeits- und Bewegungsfreiheit haben. Die Arbeit muss freiwillig erfolgen und alle Formen von Leibeigenschaft, Zwangsarbeit oder Gefängnisarbeit sind verboten. Lieferanten und Arbeitsvermittler dürfen nicht die Beschäftigungsfreiheit der Arbeiter einschränken und es sollte ihnen freistehen, bestimmte schädliche Tätigkeiten abzulehnen. Unser Code of Conduct für Lieferanten enthält eine vollständige Übersicht unserer Anforderungen.

Wenn irgendeine Form von Leibeigenschaft, Zwangs- oder Gefängnisarbeit in unserer Lieferkette identifiziert wird, beenden wir die Zusammenarbeit mit der Produktionseinheit sofort und der Lieferant wird strafrechtlich verfolgt. Mit dieser harten Haltung wollen wir die Lieferanten erziehen und die Bedingungen für die Beschäftigten verbessern.

2017 gab es keine Fälle von Leibeigenschaft, Zwangs- oder Gefängnisarbeit in unserer Lieferkette.

C&A wurde für seine führende Rolle im Verhindern von Zwangsarbeit und Leibeigenschaft von der Thomson Reuters Foundation 2017 mit dem „Stop Slavery Award“ ausgezeichnet.

Lesen Sie mehr über den „Stop Slavery Award"
 

Die Baumwollarbeiter in unserer Lieferkette unterstützen

Baumwolle macht 57 % der Materialien aus, die wir bei C&A kaufen und verwenden. Auf der ganzen Welt sichert sie die Existenzgrundlage von 250 Millionen Menschen (QUELLE: BCI). Baumwollanbau ist ressourcenintensiv. Zwangsarbeit und Leibeigenschaft ist nach wie vor eine wesentliche Herausforderung für die Branche.

C&A hat sich verpflichtet, bis 2020 100 % nachhaltigere Baumwolle zu beziehen. 2017 bezogen wir 67 % unserer Baumwolle gemäß dieses Zieles. Biobaumwolle zu kaufen hat einen direkten positiven Einfluss auf die Gesundheit und Sicherheit von Farmgemeinschaften, die nicht länger schädliche Chemikalien ausgesetzt sind. Wir arbeiten außerdem eng mit der Better Cotton Initiative (BCI) zusammen, die sich stark für die Förderung menschenwürdiger Arbeit einsetzt.

Wir haben bereits in der Vergangenheit konkrete Schritte unternommen, um Baumwollarbeitern zu helfen, wenn dies erforderlich war. 2007 unterzeichneten wir das „Cotton Pledge“ gegen Zwangsarbeit und verpflichteten uns damit dazu, die Praxis der Zwangsarbeit im Baumwollsektor in Usbekistan zu beenden. In der Praxis haben wir die Verwendung usbekischer Baumwolle durch unsere Lieferanten verboten, als die Regierung Erwachsene und Kinder gezwungen hat, Baumwolle anzubauen und zu ernten, und so ihre Menschenrechte verletzt hat.

Erfahren Sie mehr über unsere Verpflichtung zu nachhaltigerer Baumwolle

Erfahren Sie mehr über den „Cotton Pledge

Fallbeispiel:

Maßnahmen zur Abschaffung von Sumangali in Indien

Sumangali ist eine Form von Zwangsarbeit, die bei einigen Tier-3-Lieferanten in Teilen von Indien praktiziert wird. Die Praktik verletzt internationale Arbeitsstandards und die Menschenrechte von Frauen. Frauen erhalten Drei-Jahres-Verträge, oft unter inakzeptablen Arbeits- und Lebensbedingungen und mit dem Versprechen einer hohen Zahlung, die ihre Mitgift für eine Heirat deckt. Jedoch werden ihre Löhne oft zurückgehalten, wenn sie sie überhaupt bekommen, und sie dürfen den Arbeitsort nicht verlassen oder nach Hause zurückkehren.

Wir erfuhren von diesem illegalen System erstmals im Jahr 2007. Seitdem arbeiten wir daran, dieses aus unserer Lieferkette zu beseitigen, und besuchen unsere direkten Lieferanten regelmäßig – mit einem Schwerpunkt auf die Spinnereien – um sicherzustellen, dass die Zwangsarbeitspraktiken und Ausgangssperren aufgehoben werden.

2017 traten wir der zweiten Phase (2018-2022) des Nalam Programms der Tamil Nadu Multi-Stakeholder Initiative bei. Dabei handelt es sich um ein fünfjähriges Lernprogramm entwickelt von Ethical Trading Initiative (ETI), um junge Arbeiterinnen über ihre Rechte und Pflichten in Spinnereien aufzuklären. Im letzten Jahr haben wir mit drei zugelassenen Spinnereien in Tamil Nadu zusammengearbeitet. Zwei von ihnen wurden in das Programm aufgenommen. Da wir kontinuierlich daran arbeiten, mehr vertikal integrierte Spinnereien in unserer Lieferkette zu bewerten und zu verifizieren, wollen wir alle neu zugelassenen Spinnereien in die zweite Phase des Programms einbeziehen.

Um die Beseitigung von Sumangali zu fördern, arbeitet die C&A Foundation seit einigen Jahren daran, das Problem an der Wurzel zu packen, beginnend mit einem Drei-Jahres-Projekt durchgeführt von Terres des Hommes.

Wir haben ebenfalls Schritte unternommen, um Zwangsarbeit in Südindien zu bekämpfen. Wir engagieren uns in der Amsterdam Coalition, einer Initiative von weltweit führenden Marken und Einzelhändlern, welche dazu beizutragen will, schädliche Auswirkungen auf die Spinnereiarbeiter in Tamil Nadu zu verhindern. Die OECD unterstützt die Initiative und leistet technische Unterstützung im Rahmen ihrer Sektorarbeit zur Sorgfaltspflicht und zum verantwortungsvollen Geschäftsgebaren im Bekleidungs- und Schuhsektor.

Die C&A Foundation setzt sich auch dafür ein, dass gefährdete Mädchen und junge Frauen gar nicht erst in das System aufgenommen werden. 2015 gewährte die C&A Foundation einen Zuschuss von 2,4 Millionen Euro an den Freedom Fund, den weltweit ersten privaten Geberfonds zur Beendigung der modernen Sklaverei. Seitdem hat die C&A Foundation dem Freedom Fund 6,2 Millionen Euro zur Bekämpfung von Sumangali und zur Stärkung des Schutzes vor Zwangs- und Kinderarbeit auf staatlicher und nationaler Ebene zur Verfügung gestellt.

Erfahren Sie mehr über die Arbeit der C&A Foundation hinsichtlich Sumangali

Reaktion auf die globale Flüchtlingskrise

Europa hat einen der bedeutendsten Zuströme von Migranten und Flüchtlingen in seiner Geschichte erlebt. Der Bürgerkrieg und Terror im Nahen Osten und in Afrika haben bewirkt, dass viele Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben waren und dabei ihr Leben riskierten. Zu den treibenden Kräften für die gefährliche Reise gehörten die Konflikte in Syrien, Afghanistan und im Südsudan. Bis Ende 2016 war die Mehrheit – mehr als 55 % – aller Flüchtlinge weltweit aus nur diesen drei Ländern ausgewandert (QUELLE: UNHCR). 


Unterstützung von Gastarbeitern und Flüchtlingen

Unser Ansatz zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zeigt sich darin, wie wir kürzlich syrische Flüchtlinge in der Türkei unterstützt haben. Im dritten Jahr in Folge ist die Türkei mit 2,9 Millionen Flüchtlingen, die hauptsächlich aus Syrien kommen, das weltweit größte Aufnahmeland von Flüchtlingen (QUELLE: UNHCR). 

Die Arbeitnehmer des Landes leiden regelmäßig unter niedrigen Löhnen, schwacher Durchsetzung von Arbeitsnormen, informellen und ungeregelten Arbeitsbedingungen, geschlechtsspezifischer Gewalt und Herausforderungen im Hinblick auf das Recht auf Vereinigungsfreiheit. All dies erschwert die Arbeitsbedingungen erheblich, zusätzlich verschärft durch die syrische Flüchtlingskrise.

Unsere Teams vor Ort haben sich aktiv an wichtigen Initiativen beteiligt, um den syrischen Flüchtlingen gemeinsam mit der Ethical Trading Initiative (ETI) und der Fair Labor Association (FLA) bessere Lösungen und Schutzmaßnahmen in der Bekleidungsindustrie zu bieten.

Der Schutz dieser schutzbedürftigen Arbeitnehmer und ihr Recht auf Arbeit haben oberste Priorität. C&A war eine der ersten Marken, die die türkische Regierung um ein Verfahren bat, das es Flüchtlingen ermöglichen sollte, eine legale Arbeitserlaubnis zu erhalten. Das Verfahren trat schließlich im Januar 2016 in Kraft. In Zusammenarbeit mit der FLA haben wir auch eine Broschüre entwickelt, die den Flüchtlingen hilft zu verstehen, wie sie sich in der Türkei um einen Arbeitsplatz bewerben können und was sie in Bezug auf die Rechte der Arbeitnehmer zu erwarten haben und wie sie diese verteidigen können.

Obwohl wir im Jahr 2017 keine illegalen Flüchtlinge in unserer türkischen Lieferkette beobachtet haben, haben wir unser unangekündigtes Audit-Protokoll für jede Produktionseinheit fortgesetzt, um sicherzustellen, dass keine Arbeiter missbraucht werden. Im Jahr 2018 und darüber hinaus werden wir weiterhin syrische Flüchtlinge in der Türkei unterstützen, indem wir uns an Initiativen zur Rekrutierung, Sensibilisierung und sozialen Integration beteiligen.

Erfahren Sie mehr über unsere Unterstützung von Flüchtlingen aus Myanmar

Case study

Working in partnership to guarantee labour rights

Migrants from Angola, Bolivia, Haiti and Venezuela often enter Brazil hoping to find jobs and a better life, but with little idea about their labour rights. C&A Brazil and the Brazilian wing of C&A Foundation, Instituto C&A, play an important role in making sure those workers know their rights, helping to defend them where necessary.

 

C&A Brazil was the first fashion retailer in Brazil to sign the National Pact for the Eradication of Slave Labour and today is a member of InPACTO, the National Institute for the Eradication of Slave Labour, which now has more than 50 associated organisations.

 

In 2017, we continued to work with Missão Paz, our local NGO partner, to help 2,673 immigrant workers obtain the documents they needed to live and work legally in Brazil. They also helped 150 women understand their rights at work, taught 418 people Portuguese, and supported cultural learning for 6,000 immigrants. Through this partnership, 39 head office employees volunteered with Missão Paz, delivering educational and cultural activities, and 14 recent immigrants were hired to work at C&A Brazil.

 

Instituto C&A also partnered with non-profit centre Centro de Apoio e Pastoral do Migrante, that supports immigrants. Together, they helped 3,712 immigrants register as Brazilian residents and made 906 visits to factories and homes to provide advice on social welfare and labour conditions.

 

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