Lieferanten- und Arbeiterengagement Zusammenarbeiten, um eine bessere Lieferkette zu schaffen

Obwohl wir über einen strengen Audit-Prozess verfügen und einen Null-Toleranz-Ansatz bei ernsthaften Problemen in den Produktionseinheiten unserer Lieferanten verfolgen, müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, um gute Praktiken in der gesamten Branche selbstverständlich zu machen. Deshalb gehen wir nun über Audits und Compliance hinaus. Um unsere Vision von sicheren und fairen Arbeitsplätzen für alle zu erreichen, müssen wir einen zweigleisigen Ansatz verfolgen: die Fähigkeit unserer Lieferanten aufbauen, ihre Leistung zu bewerten und zu verbessern, und die Arbeiter zum Handeln ermutigen.

Vielerorts sind die Arbeiter es einfach nicht gewöhnt, die Entscheidungsfindung beeinflussen zu können. Das Recht auf Vereinigungsfreiheit oder die Anerkennung von Arbeitnehmerrechten sind zum Teil nicht gegeben. Wir ändern dies, indem wir faire Verträge und den Sozialdialog fördern.

Das Ownership Programm für Lieferanten

Jeder Lieferant begegnet spezifischen Herausforderungen, weshalb ein allgemein gültiger Ansatz nicht funktioniert. Stattdessen müssen wir mit unseren Lieferanten zusammenarbeiten, damit sie die Verantwortung für die Probleme und Herausforderungen in diesem Bereich übernehmen.

Wir haben 2015 ein Supplier Ownership Programme (SOP) bei 14 wichtigen Lieferanten eingeführt und es 2016 auf 24 Lieferanten ausgeweitet. 2017 haben wir mit der gleichen Zahl an Lieferanten und Produktionseinheiten weitergearbeitet, sodass wir damit 60.000 Arbeiter erreicht haben. Die in das Programm involvierten Manager berichten an die Geschäftsleitung und tragen die Sozial- und Umweltverträglichkeits- oder Nachhaltigkeitsprogramme in die Fabriken.

Das Programm enthält sieben wichtige interaktive Module – vom Überblick über Managementsysteme bis zur Mitarbeiterkommunikation und Umwelt. Jedes Modul schließt einen ein- bzw. zweitätigen Workshop, Hausaufgaben und Besuche der Fabriken durch den C&A Development Officer und den verantwortlichen Lieferantenvertreter ein.

Zwei Lieferanten wurden inzwischen zertifiziert und haben eine zertifizierte Produktionseinheit im Programm, validiert vom C&A Sustainable Supply Chain (SSC) Team und Elevate, einer externen Prüfungsgesellschaft. Das bedeutet, dass wir darauf vertrauen, dass der Lieferant über die notwendigen Social-Compliance-Managementsysteme auf Unternehmensebene verfügt und dass die Fabriken selbst Managementsysteme etabliert haben.

Unsere bisherige Erfahrung zeigt sechs essenzielle Faktoren auf, die für ein erfolgreiches Programm unabdingbar sind:

  • Verbindlichkeit und Denkweise des Top-Managements.
  • Verpflichtung des Betriebsleiters zu funktionsübergreifendem Arbeiten.
  • Kompetente Compliance-Manager, die direkt an das Top-Management berichten.
  • Compliance-Manager, die sich mit genug Zeit und Ressourcen dem Projekt widmen.
  • Lieferanten und Produktionseinheiten mit mindestens zwei Personen, die in SOP geschult sind (um Kontinuität zu gewährleisten, falls einer das Unternehmen verlässt).
  • Abgestimmte Ziele zwischen Compliance- und Produktions-Teams.

 


Supplier Ownership Programm: Inhalte und Ansatz

Abseits des Supplier Ownership Programms Kompetenzen aufbauen

UniEthos ist eine brasilianische NGO, die Unternehmen dabei unterstützt, Nachhaltigkeitspraktiken in ihre Lieferketten zu integrieren. C&A, das Instituto C&A, das Instituto Cyrela und UniEthos haben sich zusammengeschlossen, um das Value in Chain Projekt (Valor em Cadeia) zu realisieren, das große Organisationen mit Näh- oder Bauunternehmen verbindet und ihnen hilft, Kompetenzen aufzubauen.

In beiden Branchen gibt es viele kleine Unternehmen mit unzureichenden Ressourcen, was sich oft in minderwertigen Arbeitsbedingungen zeigt. Das Programm bringt kleinen Unternehmen bei, wie sie ein nachhaltiges Business Model implementieren und aufrechterhalten können.

2017 nahmen 57 Teilnehmer bestehend aus Lieferanten und Subunternehmern der Lieferkette von C&A Brasilien an dem Value in Chain Projekt teil. Der Kurs, unterstützt vom Instituto C&A und UniEthos, einem seiner lokalen Partner, besteht aus zehn Modulen in 18 Monaten. Die Teilnehmer werden hier zu Management, Leadership, Finanzen und Nachhaltigkeit geschult. Zusätzlich erhalten die Unternehmen 20 Stunden Beratung hinsichtlich Themen wie Arbeitnehmerrechte, Gesundheit und Sicherheit sowie Preisgestaltung eines Business Plans, der auf Nachhaltigkeit fokussiert ist. Die Initiative wird auch von ABVTEX (Brazilian Association of Textile Retail) unterstützt, dem Social Service of Building (SeconCiSP) und Inter American Development Bank (IDB). 59 % der Teilnehmer steigerten ihren Umsatz nach Beendigung des Kurses und 41 % verringerten ihren Energieverbrauch.

Erfahren Sie hier mehr über den Kurs von UniEthos (auf Portugiesisch)

Fallbeispiel:

Sozialdialogprogramm in Bangladesch

Bangladesch ist weltweit der zweitgrößte Exporteur von Konfektionsware und einer der fünf wichtigen Beschaffungsmärkte von C&A, mit einem Beschaffungsvolumen von 31,9 %. Das schnelle Wachstum der Branche in den letzten gut 40 Jahren hat bedeutende Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen, die zum Nationaleinkommen beitragen und dabei helfen, die Menschen aus der Armut zu befreien.

Das Wachstum dieses Sektors ist jedoch mit Herausforderungen im Zusammenhang mit Vereinigungsfreiheit und dem schwachen Schutz der Arbeitnehmerrechte verbunden. Vielen dieser Probleme liegt die mangelnde Fähigkeit der Arbeiter zugrunde, sich selbst zu vertreten, ihre Bedürfnisse zu artikulieren und für ihre Rechte einzutreten.

2017 nahmen zwei Fabriken unserer Lieferanten in Bangladesch an einem Pilot-Sozialdialogprogramm teil, organisiert von den Joint Ethical Trade Initiativen (ETIs) von Dänemark, Großbritannien und Norwegen. Damit waren insgesamt 54.000 Arbeiter in dem Projekt vertreten.

Das Programm zielt darauf ab, bessere Beziehungen innerhalb des Bekleidungs- und Textilsektors in Bangladesch zu etablieren, indem Kompetenzen für den Sozialdialog sowohl bei der Betriebsleitung als auch bei den Arbeitern aufgebaut werden. Dies bedeutet, dass die Arbeiter in den Textilfabriken in Bangladesch eine stärkere Stimme haben werden, was zu besseren Arbeitsbedingungen führt. Die Unternehmen wiederum profitieren von einer Stärkung durch bessere Kommunikation, einer motivierten und stabileren Belegschaft sowie besser geschulten Managern und Vorarbeitern.

MNS Printing nahm als Lieferant von C&A daran teil, ein Tier-2-Lieferant mit zwei Produktionseinheiten. Sie waren sehr beeindruckt von dem Sozialdialogprogramm und bemerkten unmittelbar Verbesserungen im Verhältnis und Vertrauen zwischen Arbeitern und Management. Sie bestätigten, dass ihre Teilnahme an dem Programm die Kommunikation über unerlässliche Informationen zu Gesundheit und Sicherheit unter anderem in Bezug auf die Arbeitsbedingungen verbessert hat. Das Management hat außerdem gelernt, wie man die Probleme der Arbeiter schneller und effizienter als bisher angehen kann. Diese Erfahrungen wurden von unserem Senior Auditor bestätigt, der ebenfalls feststellte, dass die Arbeiter in der Fabrik ihr Feedback freizügiger preisgaben.

Lieferanten, die am Sozialdialogprogramm teilgenommen haben – insgesamt 24 Fabriken, nominiert von elf Marken – begannen, etablierte Arbeitsbeziehungen aufzubauen. Für C&A ist diese Entwicklung ein wichtiger Weg, um sichere und faire Arbeitsbedingungen in unserer Lieferkette zu gewährleisten. Wir wollen unser Engagement im Programm 2018 fortsetzen und unseren Fabriken helfen, effektive Mechanismen für den Sozialdialog aufzubauen. Angesichts der kritischen Forderung nach Vereinigungsfreiheit in unserer Lieferkette werden wir weiterhin ähnliche Programme unterstützen, die die Arbeiter dazu befähigen, ihre Arbeitsrechte zu verteidigen.

Erfahren Sie hier mehr über das Sozialdialogprogramm von ETI

Was kommt danach?

Das Ownership Programm für Lieferanten ausweiten

Wir werden weiterhin Kompetenzen bei unseren Lieferanten aufbauen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Arbeiter ihre Rechte und Pflichten kennen und dass ihre Vereinigungsfreiheit respektiert wird. 2018 werden die beiden Lieferanten, die bereits nach unserem Supplier Ownership Programm zertifiziert sind, mehrere ihrer Produktionseinheiten an dem Programm teilnehmen lassen. Acht weitere Lieferanten sollen mit der Zertifizierung beginnen.

Fallbeispiel:

Mitarbeiter von Epyllion stärken

Epyllion ist seit mehr als 20 Jahren Lieferant von C&A – C&A war sogar ihr erster internationaler Kunde. Epyllion beschäftigt 16.000 Arbeiter in Bangladesch und nimmt seit 2016 an dem C&A Supplier Ownership Programm teil.

Seit dem Start des Ownership Programms für Lieferanten hat die Strickwarenfabrik von Epyllion in Mirput, Dhaka, mehrere Änderungen vollzogen. Dazu zählen proaktive Managementsysteme, bessere Risikokontrollen und eine klare Kommunikation der Richtlinien und Verfahren gegenüber allen Mitarbeitern.

Bei Epyllion werden die Mitarbeiter gestärkt. Das Unternehmen versteht somit ihre Bedürfnisse und sie bleiben hinsichtlich HR-Managementthemen, Gesundheit und Sicherheit, ihrer Sicherheit und Rechte sowie Arbeitspraktiken auf dem neuesten Stand. Arbeiter und Management können die Themen proaktiv ansprechen und die Produktion kann so ohne Unterbrechungen gleichmäßig arbeiten. Mitarbeiter zu haben, die sich sicherer fühlen führt zu einer besseren Bindung, was zu einer stabileren und produktiveren Belegschaft führt.

Teil des Ownership Programms für Lieferanten zu sein bedeutet für Epyllion, dass sie ein hohes Maß an Übereinstimmung mit ihren eigenen Unternehmensrichtlinien, dem Code of Conduct für Lieferanten von C&A und der lokalen Gesetzgebung aufrechterhalten können. Dieser vorausschauende Blickwinkel zahlt sich aus: Das Unternehmen konnte seine Kosten und Geschäftsrisiken reduzieren, indem Problemen vorgebeugt wurde anstatt auf sie zu reagieren.

C&A logo

You have arrived at the English language version of this site.