Kreislaufmode  Mehr Gutes tun

Da die Weltbevölkerung bis 2030 neun Milliarden Menschen erreichen wird, ist die Natur nie gekannten Belastungen ausgesetzt, um deren Bedürfnisse zu befriedigen. Deshalb müssen wir unser Ziel erreichen, die Kreislauffähigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette zur Selbstverständlichkeit zu machen.

Mit Nachhaltigkeit verbinden wir die Frage, wie wir unsere Produkte für ihre nächste Verwendungsmöglichkeit gestalten. Wir wollen die Bekleidungsindustrie in eine Zukunft führen, in der jedes Material sicher genutzt und wiederverwendet wird, in der Ökosysteme geschützt werden und in der die Menschen unter würdigen Arbeitsbedingungen tätig sind. Es geht um Produkte, die für den nächsten Gebrauch geeignet sind und bei denen wir nicht mehr vom „Ende des Lebens“ sprechen, sondern vom „Ende des Gebrauchs“. Das ist die Philosophie von Kreislaufmode.

Damit der Bekleidungssektor wirklich kreislaufförmig wird, muss sich jeder Teil der Wertschöpfungskette weiterentwickeln. Wir arbeiten mit Fashion for Good zusammen, um diesen Anspruch zu verwirklichen.

Kreislauf-Produkte

Produktinnovation

Warum wir Kreislaufmode entwickeln müssen

Im Jahr 2017 veröffentlichte die Ellen MacArthur Foundation einen neuen Bericht mit dem Titel A New Textiles Economy. Er zeigt die wachsende Dynamik in der Branche auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft und liefert uns eine überzeugende ökologische, soziale und wirtschaftliche Begründung dafür:

  • 2015 landeten rund drei Viertel des in der Bekleidung verwendeten Kunststoffs auf einer Mülldeponie oder wurden verbrannt.
  • Weniger als 1 % des für die Kleidungsproduktion verwendeten Materials wird zu neuer Kleidung recycelt. Das entspricht einem Verlust von mehr als 100 Milliarden Dollar pro Jahr.
  • Der Anteil der Textilindustrie am globalen Kohlendioxid-Ausstoß wird von 2 % im Jahr 2015 auf 26 % im Jahr 2050 steigen, falls der derzeitige Weg fortgesetzt wird. Die Abkehr von einem linearen und verschwenderischen System ist entscheidend für die Einhaltung des im Pariser Klimaabkommen festgelegten 2°C-Grenzwerts für die globale Erwärmung.
  • Mit den derzeitigen Produktionssystemen könnte das Abfallgewicht von Kunststoff-Mikrofasern in den Ozeanen bis 2050 auf 22 Millionen Tonnen steigen. Das entspricht zwei Drittel der Fasern, die derzeit jährlich für die Kleiderproduktion verwendet werden.
  • 20 % der weltweiten industriellen Wasserverschmutzung sind auf das Färben und die Verarbeitung von Textilien zurückzuführen.

Über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg – von der Rohstoffgewinnung bis zum Nutzungsende – hat die Bekleidungsbranche enorme Auswirkungen auf die Umwelt. Um den Weg zur Selbstverständlichkeit einzuschlagen, müssen wir vieles von dem, was wir tun, überdenken.

In einem Kreislaufmodell werden Produkte für den nächsten Einsatz geplant und entwickelt. Sie werden dabei aus reinen Materialien und unter Verwendung sicherer Chemikalien hergestellt. Auf diese Weise können die Fasern am Gebrauchsende des Kleidungsstücks wiederverwendet oder zu neuen Kleidungsstücken, Teppichen oder anderen Produkten recycelt werden. Alternativ können sie durch Kompostierung der Natur sicher zurückgegeben werden. Soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, Sicherheit und faire Arbeit, eine gute Wasserbewirtschaftung und die Nutzung erneuerbarer Energien sind ebenfalls integrale Bestandteile des Kreislaufmodells.


Erfahren Sie mehr zum Bericht der Ellen MacArthur Foundation

Erfahren Sie mehr über Chemikalien

Erfahren Sie mehr über sichere und faire Arbeit

Warum Kreislaufmode für eine nachhaltige Bekleidungsproduktion notwendig ist

Unsere Vision

Wir glauben an Mode im Kreislauf. Unsere Vision ist eine sich erneuernde Kreislaufwirtschaft, bei der in der Herstellung oder Entsorgung unserer Kleidung nichts verschwendet wird.

Wir glauben, dass es sechs mögliche Wegbereiter einer kreislaufförmigen Modebranche gibt und arbeiten derzeit an all diesen Themen mit unseren eigenen Programmen oder in Partnerschaft mit Fashion for Good. Unser Engagement zeigt sich in unseren Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Level Produkten. Dies wird durch unser neues Rücknahmeprogramm unterstützt, das es unseren Kundinnen und Kunden ermöglicht, Kleidung in das Recycling zu geben, die das Ende ihrer Nutzung erreicht hat. Die folgende Grafik verdeutlicht die notwendigen Schwerpunkte für die Entwicklung einer Kreislaufmode. Vor allem aber zeigt sie, wo wir Partner für den Systemwandel sein müssen.

Die sechs Arten der Wegbereitung für eine Kreislaufmode-Industrie

Unsere Maßnahmen im Jahr 2017

Partner von Fashion for Good werden, fokussiert auf die Entwicklung und Beschleunigung von ersten Kreislauf-Kollektion in der Modeindustrie – mit dem Ziel, endlose Ströme von Fasern und Kleidung zu erzeugen.

Entwicklung und Einführung von Kreislauf-Technologien in der Modeindustrie.

Unser In-Store-Rücknahmeprogramm in neuen Regionen starten.

Unsere Performance im Jahr 2017

Wegweisendes Kreislaufkonzept in den Filialen

2017 brachte C&A die ersten Damen-Produkte mit der Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Zertifizierung in Europa, Brasilien und Mexiko auf den Markt. Insgesamt haben wir bisher über 1,3 Millionen Cradle to Cradle CertifiedTM Kleidungsstücke in den Verkauf gebracht.

Im Jahr 2017 haben wir die Cradle to Cradle CertifiedTM Damen-Kollektion um Produkte für Männer, Kinder und Jugendliche erweitert. Zudem haben wir unser Angebot mit Innovationen wie Streifen, Stickereien und Drucke bereichert.

Nach dem erfolgreichen Start in den Niederlanden haben wir unser Rücknahmeprogramm in den Filialen auf vier weitere Einzelhandelsmärkte – Belgien, Luxemburg, die Schweiz und ein Pilotprojekt in Brasilien – ausgeweitet. Das Programm wollen wir bis 2020 weiter ausbauen.

Erfahren Sie mehr über Produkte aus Kreislaufwirtschaft

Erfahren Sie mehr über unsere Rücknahmeprogramme

Erfahren Sie mehr über Produktinnovationen

Den Wandel durch Fashion for Good beschleunigen

Im März 2017 hat die C&A Foundation die Initiative Fashion for Good in Amsterdam gestartet, mit C&A als einem ihrer ersten Markenpartner. Das Ziel von Fashion for Good ist es, den Bekleidungssektor zu transformieren und "gute Mode" zur Selbstverständlichkeit zu machen. Dafür sind Marken, Produzenten, Einzelhändler, Lieferanten, Non-Profit-Organisationen, Innovatoren und Geldgeber zur Zusammenarbeit aufgerufen. Die Initiative ist gut angelaufen und hat mit weiteren Mitgliedern wie adidas, Zalando und Target im Laufe des Jahres enorm an Dynamik gewonnen.

Auch 2018 wird C&A wieder mit Fashion for Good zusammenarbeiten, um den Bekleidungssektor mithilfe dieser Vorhaben zu verändern:

  • Das Fashion for Good-Plug and Play Accelerator-Programm zur Unterstützung von Start-ups.
  • Das Scaling-Programm, um Innovationen und deren Verbreitung zu fördern.
  • Der Good Fashion Fund, um den Zugang zu Finanzmitteln dort zu ermöglichen, wo er benötigt wird.

Erfahren Sie mehr über unsere Partnerschaft mit Fashion for Good

Mit wem wir zusammenarbeiten 

Kreislaufmode selbstverständlicher machen

Obwohl wir stolz darauf sind, die ersten Produkte mit der Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Zertifizierung auf den Markt gebracht zu haben, wissen wir, dass Kreislaufmode noch lange nicht selbstverständlich ist.

Um dies zu ändern, ist es uns besonders wichtig, unsere Lerneffekte zu Kreislaufmode mit anderen Vertretern unserer Branche zu teilen. Zum Beispiel geht es um die Frage, wie Produkte entworfen, entwickelt und hergestellt werden. Wir wissen, dass unsere zertifizierten T-Shirts so designt wurden, dass sie besser für die Umwelt, die Arbeiter und ihre Gemeinschaften sind.

Diese Produkte beweisen, dass kreislaufförmige Modelle heute möglich sind. Wir wollen andere ermutigen, sich uns anzuschließen, damit solche Produkteigenschaften Teil der neuen Selbstverständlichkeit werden. Seit der Einführung unserer Kreislauf-Produkte haben sowohl Stella McCartney als auch G-Star Cradle to Cradle CertifiedTM-Materialien auf den Markt gebracht, was die zunehmende Dynamik zeigt.

Vom Abfall bis zum T-Shirt: Der Fashion for Good-Plug and Play Accelerator

„Bis zu 50 % jedes gefällten Baums wird als Abfall angesehen. Holzunternehmen suchen nach Möglichkeiten zur Nutzung dieser Abfälle, weil es zu viel davon gibt. Oft lässt man das Holz verrotten, was CO2 in die Atmosphäre bringt. Oder es wird verbrannt, was ebenfalls Probleme verursacht und zum Klimawandel beitragen kann.“

Jane Palmer, Präsident, Nature Coatings


 

 

Der erste Prototyp von Nature Coatings: ein leistungsstarkes und preiswertes Schwarzpigment aus Holzabfällen. Jane hat während ihrer gesamten Berufslaufbahn im Textilbereich gearbeitet, unter anderem als Besitzerin und Betreiberin einer Färberei. Sie wollte einen Weg finden, die Textilindustrie von erdölbasierten Inhaltsstoffen zu befreien und dabei unnötigen Abfall zu reduzieren. Die meisten Pigmente, so entdeckte sie, stammen aus dem Erdöl, sind nicht biologisch abbaubar und haben eine komplexe chemische Struktur, die mit DNA-Mutationen bei Fischen und mit Krebserkrankungen beim Menschen in Verbindung gebracht werden.

Das Schwarzpigment von Nature Coatings bietet eine Ersatzlösung, die in der Bekleidungslieferkette leicht anwendbar ist. „Es ist keine neue Technologie erforderlich, und es entstehen auch keine zusätzlichen Kosten. Sie ist sogar der Restrictive Substances List (RSL) einen Schritt voraus und erspart so ungewollte Umsatzeinbußen“, sagt Jane.

Dank dem Fashion For Good-Plug and Play Accelerator soll das Pigment in den nächsten Monaten auf dem Markt erhältlich sein. Seit seiner Einführung hat der Accelerator zwei Jahrgänge von Start-ups und Innovatoren ausgezeichnet und eine enge Zusammenarbeit mit ihnen gepflegt. Ziel ist es, mit einem intensiven Start-up-Programm technologische Durchbrüche in messbare Innovationen zu verwandeln.

Nature Coatings war Teil der Förderung im Jahr 2017. Und der Accelerator hat alle Versprechen eingelöst, findet Jane. „Wir kamen mit einem Halbfabrikat, hatten ein solides Produkt und einen Business Plan. Aber der Accelerator zwang uns, Entscheidungen zu treffen, unseren Business Plan weiterzuentwickeln und das Interesse von Investoren zu wecken. Außerdem verschaffte er uns den wichtigen Zugang zu großen Bekleidungsmarken, um unser Produkt zu testen“, erklärt sie.

Die Verbindung zu C&A sei besonders nützlich gewesen, betont sie. In einer Reihe von Meetings hatte ihr Team oft Gelegenheit, Feedback zu sammeln und ihr Leistungsversprechen zu optimieren. Zudem hatte das Unternehmen die Möglichkeit, mit einem Lieferanten von C&A zusammenzuarbeiten, um sein Pigment in einem seiner Produkte zu testen.

„Unsere Botschaft war noch etwas unklar, als wir bei Fashion For Good aufgenommen wurden. Heute haben wir ein eindeutiges Leistungsversprechen. Wir konnten bei Investoren und Partnern viele Türen öffnen und haben in der Bekleidungsbranche mit unserem Angebot für Begeisterung gesorgt“, sagt Jane.

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